Intelligenz und Karriere: Nur bedingter Zusammenhang
Ein hoher IQ allein ist kein Garant für eine erfolgreiche Karriere. Die Höhe des Gehalts und die Geschwindigkeit des Aufstiegs hängen viel mehr von Extrovertiertheit, Gewissenhaftigkeit und einer starken Persönlichkeit ab.
Ein heller Kopf macht noch längst keine gute Führungspersönlichkeit. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Beratungsgesellschaft Perry. Im Berufsleben setzen sich demnach vor allem jene durch, die gewissenhaft arbeiten und extrovertiert eingestellt sind.
Wer akribisch arbeiten kann und den Austausch mit seinem sozialen Umfeld als anregend empfindet, hat auf der Karriereleiter die besten Chancen. Auch das Entwickeln einer starken Persönlichkeit ist den Experten zufolge ein wichtiges Kriterium, wenn es um Gehalt und Erfolg geht.
Gleichgewicht entscheidend
Um die Persönlichkeitsstärke eines Menschen zu messen, greifen die US-Wissenschaftler gern auf das Fünf-Faktoren-Modell, die "Big Five" zurück. Dabei werden Offenheit für Erfahrungen, Extraversion (Gegenteil von Introversion), emotionale Stabilität, Gewissenhaftigkeit und Verträglichkeit mit Hilfe von Fragebögen getestet.
Der Erfolg im Job hängt den Psychologen zufolge nicht primär von den mentalen Kapazitäten des Menschen ab. Im Beruf kommt es darauf an, dass sich Intelligenz und emotionale Stabilität einer Person in ihrem Einfluss die Waage halten. Anhand des IQ konnten die Forscher gut abschätzen, zu welchen akademische Leistungen eine Person im Stande war - den Erfolg im Job konnten sie damit aber nicht prognostizieren.
Emotionale Stabilität bedeutet mehr Einkommen
Die Studie belegt auch, dass Intelligenz auf dem Karriereweg durchaus von Bedeutung ist. Das gilt jedoch hauptsächlich für mental anspruchsvolle Berufe wie Forscher und Top-Manager. In diesen Positionen können auch schüchterne und eher zurückhaltende Persönlichkeiten etwas erreichen, wenn sie über einen hohen Grad an Intelligenz verfügen und diese auch einsetzen können.
Bei der Analyse im Rahmen einer niederländischen Haushaltsbefragung fanden die Ökonomen Empar Pons und Ellen Nyhus heraus, dass die emotionale Stabilität direkt mit Gehaltserhöhungen zusammenhängt. Das gilt für Männer ebenso wie für Frauen, und das ein Leben lang. Die Gewissenhaftigkeit hingegen, so stellten die Fachleute fest, ist für das Gehalt vor allem bei der Einstellung wichtig. Kurze Zeit später verliert sie schnell an Bedeutung. pte/SZ
Externe Links:
Details zur Perry-Studie(Englisch)


