Globaler Boom erneuerbarer Energien
2010 war das Jahr der regenerativen Energien: Weltweit stiegen die Investitionen im Vergleich zum Vorjahr um 32 Prozent auf 211 Milliarden Dollar. Bei den Neuinvestitionen haben Schwellenländer jetzt die Nase vorn.
Erneuerbare Energien erlebten im Jahr 2010 einen Boom: 211 Milliarden Dollar haben die Staaten der Welt in die grüne Technologie investiert. Das ist mehr als jemals zuvor, wie das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und die Frankfurt School of Finance & Management melden.
Die größten Neuinvestitionen in Höhe von 94,7 Milliarden Dollar flossen in die Windkraft, das ist ein Anstieg um 30 Prozent im Vergleich zum Jahr 2009. Die Zuwächse bei der Sonnenenergie wurden hauptsächlich innerhalb der zahlreichen Kleinprojekte registriert, im Jahr 2010 kamen diese mit einem Plus von 52 Prozent auf 86 Milliarden Dollar.
Anstieg „äußerst bemerkenswert“
Angesichts dieser Zahlen sei die Sparte der erneuerbaren Energien längst keine Nische mehr, betont Virginia Sonntag-O'Brien von der UNEP-Initiative: "Der Anstieg ist angesichts der Wirtschaftskrise, der Krise der öffentlichen Finanzierung oder des Tiefpreisextrems bei Erdgas äußerst bemerkenswert."
Dem Bericht "Global Trends in Renewable Energy Investment 2011" zufolge, der von Bloomberg New Energy Finance für UNEP angefertigt wurde, geht der Umstieg besonders in Schwellen- und Entwicklungsländern zügig vorwärts - allen voran in China.
Schwellenländer geben den Ton an
Das Maß der Dinge sind also nicht mehr, wie früher, die westlichen Industrieländer. "Während die Industriestaaten 70 Milliarden Dollar in neue Großprojekte steckten, gaben die Schwellen- und Entwicklungsländer dafür 72 Milliarden aus“, so der Hauptautor des Berichts Angus McCrone. Besonders die fehlende Stromversorgung steht ihm zufolge als Triebkraft hinter den Investitionen. Noch immer leben 1,5 Milliarden Menschen ohne Strom. Doch auch der Klimawandel und die Suche nach Energiesicherheit spielten eine Rolle, so McCrone.
Mit Investitionen von insgesamt 48,9 Milliarden Dollar (plus 28 Prozent) führt China die Weltrangliste an. Innerhalb der Schwellenländer folgt darauf Süd- und Zentralasien sowie der Nahe Osten.
Günstige Technik drückt Tarife
In der jüngsten Vergangenheit gab es in der Branche aber auch wechselhafte Erscheinungen, erklärt Sonntag-O'Brien. So seien etwa die Investitionen in die englischen Offshore-Windanlagen deutlich zurückgegangen. Wegen der immer günstigeren Technik sanken auch die Einspeistarife für Photovoltaik - was etwa in Spanien und Tschechien zu Einschnitten selbst bei laufenden Projekten geführt hat. Der Markt für kleine Solaranlagen soll aber auch 2011 stark bleiben. pte/SZ
Externe Links:
Bericht: Global Trends in Renewable Energy Investment 2011 (Englisch)


