Migranten sind gut für Unternehmen
Eine aktuelle Erhebung zeigt: Bewerber mit ausländischem Namen haben zu Unrecht schlechtere Jobchancen. Denn Menschen mit Migrationshintergrund verfügen oft über Erfahrungen und Wissen aus zwei Kulturen - für Unternehmen auf dem globalisierten Markt ein großer Vorteil.
Name beeinflusst Chancen
Auch die Unternehmen in Deutschland sollten umdenken. „Leider haben wir die Erfahrung gemacht, dass Bewerber mit gleichen Qualifikationen mit einem ausländischen Namen schon schlechtere Chancen haben“, sagt Weiß. Das sei ökonomisch vollkommen kontraproduktiv.
Gesellschaft muss mitwirken
Voraussetzung hiefür seien jedoch die richtigen Rahmenbedingungen, so BIBB-Forschungsdirektor Reinhold Weiß. Dabei fällt der Gesellschaft eine wesentliche Rolle zu: Sie muss gleiche Bildungschancen garantieren. Denn die Gruppe der Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist oft inhomogen: „Wir haben Riesenunterschiede zwischen den einzelnen Herkunftsgebieten, verknüpft mit der sozialen Zugehörigkeit und dem sozialen Hintergrund“, sagt Weiß.
Lange Geringqualifizierte angelockt
Die Erkenntnisse der Forscher mahnen zum Umdenken. Denn anders als etwa in den USA habe man in Deutschland seit den 1960er-Jahren eher Geringqualifizierten Arbeit angeboten. „Diese Menschen hatten auch in ihren eigenen Ländern wenig Chancen“, sagt Weiß. Andernorts hätte man hingegen darauf geachtet, höher qualifizierte Migranten anzuwerben. Diese brächten andere Voraussetzungen mit und seien bildungsaffiner, so der Forscher.
Wenn Kinder vom Elternhaus nicht gefördert werden, kommen zu den ohnehin geringeren Chancen auch noch sprachliche Probleme hinzu. Für viele Betroffene ist das eine schwierige, manchmal hoffnungslose Situation, so Weiß: „Der Staat muss einspringen und die Kinder fördern.“ Dabei seien die Kinder nicht weniger motiviert oder gar dümmer.
Unterm Strich lautet die positive Botschaft der BIBB-Veröffentlichung: Junge Menschen mit Migrationshintergrund schneiden nicht schlechter ab als gleichaltrige Einheimische. Oft verfügen sie sogar über erweiterte Kultur-und Sprachkenntnisse - ein Vorteil auch für den Arbeitgeber. pte/ SZ
Externe Links:
Bundesinstitut für Berufsbildung
Arbeitsgemeinschaft Berufsbildungsforschungsnetz


