Regelbrecher sind bessere Unternehmer

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Gute Ideen entstehen oft, wenn Althergebrachtes in Frage gestellt wird. (kaarsten@Fotolia.de)

Wer ungern neue Wege geht und nur Gelerntes anwendet, ist als Unternehmer ungeeignet. Den größten Erfolg haben „kreative Zerstörer“: Sie gehen Veränderungen zügig an und haben den Mut, bestehende Regeln zu brechen.

„Das ganze Gerede um Prozesse, Optimierung, Kollaboration, Effizienz und Effektivität ist brotlose Kunst. Faktisch sind es immer charismatische und ein wenig verrückte Unternehmerpersönlichkeiten, die Neues durchsetzen und sich vom Routinebetrieb abgrenzen“, sagt Peter Záboji, Vorsitzender des Dienstleisters Bitronic.

Kreativität zulassen

Die Unternehmensführung ist demnach erfolgreicher, wenn sie auch radikale Kreativität zulässt. „Wer nur das anwendet, was er gelernt hat und sich an den überkommenen Grundlagen seiner Organisation orientiert, ist ein passiver Anpasser und kein kreativer Zerstörer, wie ihn der Ökonom Joseph Schumpeter beschrieben hat“, sagt Záboji.

Demnach hätten Routine und Regeln zwar ihren Platz. Man bräuchte sie etwa für die Herstellung von Produkten, für Wartung und Reparatur oder für die Buchhaltung. Für disruptive Innovationen, Ideen und Erfindungen benötige man aber Regelbrecher. „Dazu kommt noch eine Portion Zufall und eine feine Nase für Veränderungen“, meint Záboji.

Egal, ob man den Regelbruch in Unternehmen kultiviert oder nicht, nach Ansicht des IT-Personalexperten Udo Nadolski wäre es bereits ein großer Fortschritt, wenn sich Manager von ihrer Rationalitätsgläubigkeit verabschieden und stärker mit dem Unerwarteten kalkulieren würden.

Routiniers haben das Nachsehen

„Wer gesellschaftliche und wirtschaftliche Phänomene nur in Aggregatzuständen wahrnimmt und berechnet, vernachlässigt die Wirkung von Innovationsrevolutionen. Technologien und Geschäftsmethoden können über Nacht wertlos werden. Etablierte Branchen gehen unter und neue entstehen. Der Routineunternehmer gehört zu den ersten Opfern“, glaubt Nadolski.

Auch IBM -Cheftechnologe Gunter Dueck rät Unternehmern, sich von den scheiternden Innovationsritualen zu verabschieden: „Wir starten Wettbewerbe, vergeben Preise für Verbesserungsvorschläge, versuchen uns in eiligen Meetings an Brainstorming-Aktionen, für die bei manchen Unternehmen tapfer viele Minuten eines kostbaren Tages investiert werden, an dem man sich eigentlich nur die Zahlen der Vergangenheit ansehen will.“

Wer erfolgreich wirtschaften will, darf Lösungen für künftige Probleme also nicht nur in der Vergangenheit suchen. Mut zur Veränderung und die Bereitschaft, etablierte Routinen zu opfern, definieren den erfolgreichen Unternehmer von Morgen. pte/ SZ

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