Personalabteilungen wissen oft nicht was Sache ist
Eine aktuelle Studie wirft kein gutes Licht auf Deutschlands Personalabteilungen: Von detaillierten Infos oder wichtigen Kennzahlen der Belegschaft hat man vielerorts keine Ahnung.
Ob Mehrarbeit, Fluktuation von Mitarbeitern oder Gehaltsentwicklung - bei detaillierten Anfragen müssen Personaler oft passen. Entweder die angeforderten Daten liegen in den Archiven gar nicht vor - oder sie sind nur unter großem manuellem Aufwand zu beschaffen.
Genau das bemängelt auch der Großteil deutscher Fach- und Führungskräfte: Neun von zehn halten die zur Verfügung stehenden Datensätze im Personalmanagement für nicht ausreichend, um wichtige Entscheidungen zu treffen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie zum Personalcontrolling von Steria Mummert Consulting.
Daten ungenau und fehlerhaft
So ist es in drei von vier Unternehmen üblich, dass wichtige Kennzahlen in den Personalabteilungen manuell erstellt werden müssen. Wegen des immensen Arbeitsaufwands liegen angeforderte Informationen dann aber oft erst mit großer Verzögerung vor. Zwei Drittel der im Rahmen der Studie befragten Fachkräfte beklagen diese Umständlichkeit. Häufig schleichen sich bei der manuellen Bearbeitung auch noch Fehler ein.
Bei mehr als der Hälfte der Unternehmen sind die so gewonnenen Daten dann auch nicht einheitlich. Dies betrifft sämtliche Kennzahlen, die für Personalabteilungen wichtig sind. Ob Gesundheitsstand, durchschnittliche Mehrarbeiten oder Durchschnittsgehälter von Führungskräften - nur selten sind die Daten verlässlich. Sogar die Frage, wann Mitarbeiter in das Unternehmen ein- oder ausgetreten sind, überfordert mancher Orts das Personalmanagement.
„Ständige Unschärfe“
"Die Personalabteilungen leben mit einer ständigen Unschärfe und sind oft nur sehr eingeschränkt berichtsfähig", sagt Björn Zimmermann, zuständig für Human-Capital-Management (HCM) und Business-Intelligence bei Steria Mummert Consulting.
"Der Fokus der HCM-IT-Systeme“, so Zimmermann weiter, „liegt häufig immer noch ausschließlich auf der Personalabrechnung. Ein Fehler, denn gerade in Zeiten zunehmenden Fachkräftemangels können die Mitarbeiter im Human Resource Management wichtige strategische Aufgaben nicht wahrnehmen, wenn die dazu nötigen Daten nicht vorliegen.“
Fehlten beispielsweise gesicherte Erkenntnisse zur Fluktuation, könnten die Personalabteilungen auch keine adäquaten Maßnahmen entwickeln, um die Belegschaft stärker an das Unternehmen zu binden.
Auch aufgrund des demografischen Wandels setzt sich vermehrt die Meinung durch, dass die Bereitstellung exakter Kennzahlen im HCM-Bereich für Unternehmen von entscheidender Bedeutung ist. Dazu müssen im ersten Schritt jedoch zunächst einmal die für die Steuerung wichtigen Daten definieren werden. Erst danach ist eine technische Umsetzung sinnvoll. ir/ SZ


