Hohe Arbeitslosigkeit besonders bei jungen Menschen
Bei den 25- bis 29-Jährigen ist die Arbeitslosigkeit mit 18 Prozent besonders hoch. Die Hälfte der Arbeitslosen in dieser Altersklasse hat die Jobsuche bereits aufgegeben. Auch die staatlichen Maßnahmen sind selten hilfreich.
Junge Jobsuchende haben es nach einer Studie der Bertelsmann Stiftung zurzeit besonders schwer. In der Bevölkerungsgruppe der 25- bis 29-Jährigen hat beinahe jeder fünfte keine feste Arbeitsstelle. Dieser Trend beginnt bereits bei den 20- bis 24-Jährigen. Sehr gering fällt die Arbeitslosenquote hingegen bei den bis zu 19-Jährigen aus - jedoch nur wegen der in Deutschland vergleichsweise langen Schulzeit.
Verfälschte Statistik
"Viele, die keine Ausbildungsstelle finden, kommen in staatliche Maßnahmen, die nicht weiterhelfen", sagt Eric Thode, Arbeitsmarktexperte der Bertelsmann Stiftung. Viele der staatlichen Maßnahmen verfälschten die tatsächliche Zahl der Arbeitslosen, weil diese während der Teilnahme nicht mehr in der Statistik auftauchen.
Auffällig sei es, erklärt Thode weiter, dass in der Altersgruppe von 25 bis 29 Jahren mehr als die Hälfte der Arbeitslosen die Suche nach einer Arbeit schon aufgegeben hat. "Insgesamt fällt auf, dass die Arbeitsmarkt- und Bildungsteilhabe in Deutschland mit zunehmendem Alter junger Menschen abnimmt", sagte Thode.
Bildung und Wohnort entscheiden über Chancen
Bildung und Qualifikation sind nach wie vor die Schlüssel zum Schutz vor der gefürchteten Langzeitarbeitslosigkeit, die das Rückfinden in ein festes Jobverhältnis besonders schwer macht.
In der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen sind von den unbeschäftigten Geringqualifizierten zwei von dreien mindestens sechs Monate arbeitslos. Auch bei den jungen Erwachsenen mit Abitur und ohne Studium sind etwa 60 Prozent über sechs Monate ohne Arbeit.
Abgesehen von der Bildung spielt aber auch der Wohnort eine Rolle. So haben junge Menschen in Mecklenburg-Vorpommern beispielsweise eine schlechtere Chance als in Bayern, selbst wenn sie über eine gute Qualifikation verfügen.
„Verengte Perspektive“: Leben mit Hartz IV
Der demografische Wandel bringt unweigerlich Veränderungen mit sich. "Die Zahl der Bewerber um einen Ausbildungsplatz ist geringer", sagt Thode. Entspannung mache sich breit auf dem Arbeitsmarkt. Gleichzeitig hätten viele schlecht qualifizierte junge Erwachsene eine "verengte Perspektive".
"Das liegt zum Teil daran, dass wir kaum mehr Durchmischung der Schichten in Deutschland haben", meint Thode. In großen Städten gibt es immer mehr Stadtteile, in denen die bildungsfernen Bevölkerungsteile unter sich sind. In dieser Umgebung, ohne positive Vorbilder, werde das Leben mit Hartz IV für viele junge Erwachsene zum denkbaren Lebensmodell. pte/ SZ
Externe Links:
Homepage der Bertelsmann Stiftung
Erwerbstätigkeit im Lebenszyklus - Benchmark Deutschland


