Endlich da: Das einheitliche Ladegerät für Mobiltelefone

handyladegerät
Künftig könnten nicht nur Handys, sondern auch Kameras, GPS-Geräte und Notebooks mit der Einheitsschnittstelle ausgestattet werden. (Copyright: Stocksnapper@Dreamstime)

Seit gestern ist sie da, die europäische Norm für die Fertigung des einheitlichen Ladegeräts für Handys und Smartphones in Europa. 14 Hersteller werden ihre Geräte künftig mit einer Micro-B-USB-Schnittstelle ausstatten. Dies soll nicht nur den Alltag der Nutzer erleichtern, sondern auch die Umwelt schonen.

Im Juni 2009 hatten sich vierzehn führende Mobiltelefonhersteller in einer Vereinbarung verpflichtet, Ladegeräte für in der Europäischen Union verkaufte und zur Datenübermittlung fähige Mobiltelefone zu vereinheitlichen. Seit gestern ist der Weg für Produktion und Verkauf frei. „Die europäischen Normungsorganisationen haben kurzfristig und auf der von der Industrie geschaffenen Grundlage die technischen Normen entwickelt, die für ein einheitliches Mobiltelefonladegerät benötigt werden. Jetzt ist es an der Industrie, ihren Teil beizutragen und mit dem Verkauf von Mobiltelefonen für das neue Ladegerät zu beginnen“, sagt der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Antonio Tajani, Kommissar für Industrie und Unternehmertum, „Das einheitliche Ladegerät wird den Alltag der Nutzer erleichtern, Müll verringern und für Umsatz in der Wirtschaft sorgen. Diese Lösung ist für alle Beteiligten und in jeder Hinsicht von Vorteil.“

Alle wichtigen Hersteller machen mit

Bisher mussten Nutzer, die ihr altes Mobiltelefon durch ein neues ersetzen wollten, in der Regel auch ein neues Ladegerät kaufen und das alte entsorgen - selbst wenn dieses noch in gutem Zustand war. Als Reaktion auf die Nachfrage von Bürgern nach einem einheitlichen Ladegerät schlug die Kommission den Herstellern vor, sich auf eine technische Lösung zu verständigen, mit der die Ladegeräte verschiedener Marken kompatibel gemacht werden können.

Daraufhin verpflichteten sich die Mobiltelefonhersteller, die Kompatibilität von zur Datenübermittlung fähigen Mobiltelefonen - die wahrscheinlich innerhalb von zwei Jahren auf dem Markt überwiegen werden - auf der Grundlage des Micro-B-USB-Steckers als Schnittstelle zu gewährleisten. Die Vereinbarung trafen die Unternehmen Apple, Emblaze Mobile, Huawei Technologies, LGE, Motorola Mobility, NEC, Nokia, Qualcomm, Research In Motion (RIM), Samsung, Sony Ericsson, TCT Mobile (ALCATEL), Texas Instruments und Atmel.

Daten und Strom über eine Schnittstelle

Die Europäische Kommission erwartet, dass die ersten mit den neuen Normen kompatiblen einheitlichen Ladegeräte und Mobiltelefone im Verlauf der ersten Monate des Jahres 2011 auf dem EU-Markt erhältlich sein werden. Der Vorstoß der Europäischen Kommission wird nun auch von der Internationalen Normungskommission IEC getragen. Ziel ist die Vereinheitlichung der Ladegeräte weltweit.

Der neue Standard sieht die Micro-B-USB-Schnittstelle als einheitlichen Anschluss für datenfähige Handys vor. Diese soll künftig sowohl Daten übertragen als auch Geräte aufladen. Vorerst gilt die Norm nicht für alle Handys, sondern nur für datenfähige Modelle wie Smartphones, die z.B. an einen Computer angeschlossen werden können. Doch selbst Hersteller, deren Geräte den Micro-B-USB-Anschluss nicht brauchen, werden den Einbau erwägen, sagt Bernhard Thies, Sprecher der Geschäftsführung bei der Deutschen Kommission Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik im DIN und VDE: „Geräte ohne Datenschnittstelle werden wohl ebenso auf Micro-USB setzen, wenn auch nur als Ladeschnittstelle.“ Denkbar sei es, dass der neue Standard auch bei anderen Elektronikgeräten wie Kameras, Notebooks oder Navigationsgeräte Einzug halte.

13 Millionen Tonnen CO2 weniger

Langfristig reichen die Vorteile der Einheits-Ladegeräte weit über die Kabelsalat-Entwirrung in den Haushalten und Unternehmen hinaus. Laut der GSM Association werden derzeit noch 51.000 Tonnen redundanter Handyladegeräte pro Jahr erzeugt. Die Vereinheitlichung mache Produktion, Verpackung und Transport von einem Großteil davon künftig überflüssig, was der Umwelt eine Gesamtentlastung von jährlich 13,6 Millionen Tonnen CO2 bringe. pte/MB

Externe Links:

EU-Info-Portal „One Charger for all“

Homepage der GSM Association

Homepage der IEC





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