Buchtipp: Das „Lexikon der deutschen Weltmarktführer“
Die deutsche Industrie hat durch die Weltwirtschaftskrise viel weniger Schaden genommen als andere Volkswirtschaften in Europa und Übersee. Ein Grund dafür: Deutschland ist Weltmarktführer in vielen Schlüsseltechnologien und Nischenbereichen. Das gerade erschienene „Lexikon der deutschen Weltmarktführer“ präsentiert die Königsklasse deutscher Unternehmen nun in Wort und Bild.
Neben einer gestiegenen Binnennachfrage sind es vor allem die Exporte, die im zweiten Quartal 2010 zu einem Wachstum der deutschen Wirtschaft geführt haben. Dabei basiert der aktuelle Aufschwung wesentlich auf der guten wirtschaftlichen Situation von 1000 Weltmarktführern mit Sitz in Deutschland, wie eine Studie für „Manager Magazin“ belegt. Demnach besitzt Deutschland mehr Weltmarktführer als jeder vergleichbare Industriestaat. Dabei erzielen sie einen Umsatz von 1,7 Billionen Euro und beschäftigen weltweit sieben Millionen Menschen. Der Verlag Deutsche Standards hat dies zum Anlass genommen, die Stärke und Vielfalt der deutschen Weltmarktführer in einer breiten Gesamtschau zu porträtieren: Seit Dezember 2010 ist das „Lexikon der deutschen Weltmarktführer“ im Buchhandel erhältlich.
„Die Besten der Besten“
Dem Werk liegt eine Analyse des Münchener Unternehmensberaters Bernd Venohr zugrunde, der die 1000 wichtigsten Weltmarktführer des Landes erfasst hat. „In zwei Dritteln aller Marktsegmente nehmen deutsche Unternehmen eine Position unter den Top-3-Exporteuren ein. Es sind 'die Besten der Besten', die in diesem Lexikon widergespiegelt werden“, sagt Venohr. Die meisten dieser Firmen sind in Baden-Württemberg angesiedelt, auf Platz zwei und drei der Rangliste folgen Nordrhein-Westfalen und Bayern. Das Ende der Tabelle bilden die neuen Bundesländer.
Wenig überraschend ist es zunächst, unter den Weltmarktführern Großkonzerne wie BASF, Volkswagen oder die Allianz zu finden. „Einmal mehr beeindruckend ist, dass es die Mittelständler sind, die die Basis für den deutschen Exporterfolg bilden“, sagt Mitherausgeber Florian Langenscheidt. „Darunter befinden sich hoch spezialisierte Technologieführer, die oft nur Brancheninsidern bekannt sind, wie z.B. der Stellgerätetechnikhersteller ARCA Ventile oder der Weltmarktführer für Mess- und Regeltechnologie, die SIKORA AG.“
70 Prozent in Familienbesitz
Rund 70 Prozent der Weltmarktführer mit deutschen Wurzeln befinden sich in Familienbesitz. Ihre hohe Reputation auf den globalen Märkten schlägt sich auch im wirtschaftlichen Erfolg nieder: Die Umsatzrendite der Weltmarktführer liegt im Allgemeinen zwei bis fünf Prozentpunkte höher als bei nachrangigen Firmen.
Führende Stellungen auf globalen Märkten erreichen deutsche Unternehmen dem Buch zufolge vor allem mit klassischen Industriegütern wie Maschinen, Großanlagen und Fahrzeugen, nur zehn Prozent verdienen ihr Geld mit Dienstleistungen wie Versicherungen. Als international führend gelten Unternehmen, die eine Position unter den „Top 3“ einer bestimmten Branche weltweit einnehmen.
Deutsche Wirtschaftsgeschichten
Das Lexikon ist keine Ansammlung von Geschäftszahlen, sondern ein Buch zum Schmökern: Die teilweise komplexen Produkte werden in leicht verständlicher Sprache erklärt und ihre Erfinder in gesonderten Porträts gewürdigt, außerdem erfährt der Leser in Wort und Bild viel über die chronologische Entwicklung und bedeutsame Meilensteine der Unternehmen. Grafiken veranschaulichen die wichtigsten wirtschaftlichen Daten, Fakten und Kennzahlen.
„Lexikon der deutschen Weltmarktführer“: 800 Seiten, Verlag Deutsche Standards, ISBN-10: 3869362219, Preis im Buchhandel: 79 Euro MB
Externe Links:
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