Arbeitslosigkeit häufigste Ursache für Überschuldung

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Ein großer Anteil der verschuldeten Privatpersonen ist männlich, alleinlebend und arbeitslos. (Andre Bonn@Fotolia.de)

Arbeitslosigkeit ist der häufigste Auslöser für die Verschuldung von Privatpersonen. Rund ein Drittel der Personen, die bundesweit bei Schuldnerberatungsstellen betreut werden, nannten diese Ursache für ihre finanzielle Notlage. Fast ein Zehntel verschuldet sich wegen einer gescheiterten Existenzgründung.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) war im Jahr 2009 die Arbeitslosigkeit bei 28 Prozent der von Schuldnerberatungsstellen betreuten Personen der Hauptauslöser für die Überschuldung. 2008 war dieser Anteil etwa gleich hoch. Daneben führten auch andere Ereignisse wie zum Beispiel Trennung, Scheidung sowie Tod des Partners oder der Partnerin (zusammen 14 Prozent), Erkrankung oder Sucht (elf Prozent) zu kritischen finanziellen Situationen. Eine unwirtschaftliche Haushaltsführung (zehn Prozent) und gescheiterte Selbständigkeit (neun Prozent) waren weitere wichtige Hauptauslöser für die Überschuldung.

Schuldner sind oft männlich und leben allein

Im Jahr 2009 lebten 44 Prozent aller von den Schuldnerberatungsstellen beratenen Personen allein. Besonders allein lebende Männer steckten häufig in einer finanziellen Krise. Sie machten etwa ein Drittel aller beratenen Personen aus, während der Anteil der allein lebenden Männer an allen bundesdeutschen Haushalten insgesamt nur bei 18 Prozent lag. Auch alleinerziehende Frauen waren überdurschnittlich von Überschuldung betroffen. Sie zählten fast dreimal so häufig zur Klientel der Schuldnerberatungsstellen (14 Prozent), als es ihrem Anteil an allen Haushalten (fünf Prozent) entsprach.

Im Schnitt 35.000 Euro Schulden

Die überschuldeten Personen hatten 2009 im Durchschnitt rund 35.000 Euro Schulden, davon entfielen 20.000 Euro oder 56 Prozent auf Schulden gegenüber Banken, die somit die wichtigsten Gläubiger waren.

Bei mehr als der Hälfte der überschuldeten Personen (55 Prozent) lag 2009 das monatliche Nettoeinkommen unter 900 Euro und damit unter der Pfändungsfreigrenze, die derzeit 990 Euro beträgt. Bei den alleinstehenden Frauen und Männern mussten sogar 70 Prozent der überschuldeten Personen mit einem Nettoeinkommen unter 900 Euro auskommen. Nur rund drei Prozent aller überschuldeten Personen hatten Einkünfte von mehr als 2000 Euro pro Monat. Zusammen mit den Einkünften der übrigen Haushaltsmitglieder verfügten die beratenen Personen 2009 über ein monatliches Nettoeinkommen von durchschnittlich 1144 Euro. Davon wendeten sie 439 Euro für das Wohnen auf, sodass für den übrigen Lebensunterhalt durchschnittlich nur noch rund 705 Euro zur Verfügung standen.

Daten kostenlos abrufbar

Die Angaben beruhen auf einer Befragung von 236 der insgesamt rund 950 Schuldnerberatungsstellen in Deutschland - sie stellten anonymisierte Daten von rund 74.400 beratenen Personen mit deren Einverständnis bereit.

Weitere Ergebnisse und Erläuterungen finden sich in einem Tabellenband, der kostenlos über den Publikationsservice des Statistischen Bundesamtes abgerufen werden kann. MB

Externe Links:

Download „Statistik zur Überschuldung privater Personen 2009“





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