Dienst-Handys: Mehr Sicherheit bei geringeren Kosten
70 Prozent der Arbeitnehmer nutzen ihr privates Handy oder Smartphone für dienstliche Zwecke. Aus Sicht des Arbeitgebers verursacht dies hohe Abrechnung-Kosten und stellt ein Sicherheitsrisiko dar. Und es gibt weitere gute Gründe, warum Unternehmen in Dienst-Geräte investieren sollten.
Eine aktuelle Studie der Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik (ESK) greift die Problematik rund um die Integration von Mobiltelefonen in Unternehmen auf. Über 1500 Mitarbeiter der Fraunhofer-Gesellschaft wurden für die Studie "Mobiles Arbeiten mit Smartphone und Handy" befragt. Ein Ergebnis: Rund 70 Prozent der Befragten nutzen regelmäßig ihr privates Handy für dienstliche Belange. Diese derzeit sehr verbreitete Praxis verursacht nicht nur großen Verwaltungsaufwand bei der Kostenerstattung, sondern birgt in vielen Fällen ein erhebliches Sicherheitsrisiko.
Mehr Kontrolle, weniger Risiken
Denn anders als bei Dienst-Geräten kann die sichere Speicherung und Nutzung geschäftlicher Daten auf den privaten Smartphones nicht vom Arbeitgeber gesteuert werden. Dienst-Handys beugen Datenschutz-Risiken vor, da bei ihnen die Auswahl der Hard- und Software sowie die Freigabe von Diensten unter der Kontrolle des IT-Administrators steht. Übrigens: E-Mails, die Verwaltung persönlicher Daten, das Abrufen von Reiseinformation und GPS-Navigation sind - neben dem Telefonieren - die am häufigsten genutzten Anwendungen auf mobilen Endgeräten.
Smartphones bevorzugt
Die Nutzung der verschiedenen Anwendungen hängt laut Studie stark von der jeweiligen Ausstattung des Handys oder des Smartphones ab. Stehen den Mitarbeitern umfangreiche Funktionen eines Smartphones zu Verfügung, werden diese auch genutzt. Für die Bereitstellung vieler Funktionen in leistungsfähigen mobilen Endgeräten spricht außerdem, dass die Befragten ihre Reisezeit gerne für Aufgaben wie Korrespondenz und Recherche nutzen. Viele der Befragten erhoffen sich, dass das Smartphone zukünftig beispielsweise den Laptop auf Dienstreisen völlig ersetzen kann.
Festnetztelefone sind entbehrlich
Die Studie ergab, dass es sich 60 Prozent der Mitarbeiter vorstellen können, ganz auf ein Festnetz-Telefon am Arbeitsplatz zu verzichten, sofern sie im Gegenzug ein geeignetes mobiles Endgerät erhielten. Die Auswertung der Studie zeigt jedoch auch, dass Mitarbeiter über 45 Jahre weniger Interesse und Bedarf für mobiles Arbeiten zeigen.
Zu hohe Anschaffungs- und Verwaltungskosten müssen die Unternehmen übrigens nicht fürchten: Die Fraunhofer-Studie macht auf ein erhebliches Einsparpotential gerade durch die zentral gesteuerte Einführung von Mobiltelefonen aufmerksam. Hinzu kommen noch Möglichkeiten zur Kostensenkung aufgrund des höheren Auftragsvolumens und die dadurch verbesserten Vertragskonditionen beim Provider. Die Risikominimierung durch die Verminderung der Gefahren spart ebenfalls Kosten, dies lasse sich jedoch ohne Referenzdaten finanziell schwer beziffern, so die Studie.
Sinnvolles, kostengünstiges Arbeitsmittel
Die Studienautoren sehen das Hauptproblem bei der Einführung von Dienst-Handys in der fehlenden Akzeptanz des Mobiltelefons als sinnvolles Arbeitsinstrument, vor allem bei älteren Arbeitnehmern. Eine sinnvolle, am Bedarf orientierte Einführung von dienstlichen Mobiltelefonen verursache letztlich weniger Kosten als zunächst vermutet und könne Kooperationen und Kundenkontakte nur fördern. Somit seien Smartphones sinnvolle, kostengünstige Arbeitsmittel, die beim richtigen Einsatz zudem noch die Sicherheit für Firmen erhöhen. MB


