Börsen-Weltrangliste: Nur vier deutsche Unternehmen unter den Top 100
Das „Handelsblatt“ hat eine Weltrangliste der 100 wertvollsten börsennotierten Unternehmen veröffentlicht. An der Spitze finden sich ausschließlich Rohstoff- und Hightech-Konzerne. Platz eins gehört klar Exxon, Apple hat Platz zwei erobert, gefolgt von Petrochina. Deutsche Firmen sind abgehängt.
Die absolute Nummer eins der größten börsennotierten Firmen der Welt ist der Öl-Konzern Exxon, mit einer Marktkapitalisierung von 376 Milliarden Euro. Der zweite Platz belegt der Elektronik- und Hightech-Konzern Apple, sein Börsenwert liegt bei 306 Milliarden Dollar. Knapp dahinter liegt der chinesische Öl- und Energiekonzern PetroChina mit rund 302 Milliarden Dollar.
Apple im Dauer-Höhenflug
Der eigentliche Sieger aber heißt Apple. Der Hersteller von Elektronikgeräten wie dem iPhone und dem iPod befindet sich seit Jahren im Höhenflug und ist mit Abstand das wertvollste Hightech-Unternehmen der Welt. Das von Steve Jobs geleitete US-Unternehmen ist laut „Handelsblatt“ über 40 Milliarden Euro mehr Wert als der Dauerrivale Microsoft und um rund 100 Milliarden Dollar wertvoller als Google (193 Milliarden Dollar) und IBM (183 Milliarden Dollar).
Siemens hält die deutsche Fahne hoch
In der Top-100-Rangliste des „Handelsblatt“ taucht mit Siemens das erste deutsche Unternehmen erst auf Platz 42 auf. Für den Münchner Mischkonzern wurde für 2010 ein Marktwert von 125,8 Milliarden Dollar berechnet - das sind immerhin 44 Prozent mehr als in 2009. Dahinter gibt es nur noch drei deutsche Unternehmen, die es überhaupt in das Ranking geschafft haben: Auf Rang 82 liegt BASF, Daimler folgt auf Platz 86, das Schlusslicht bildet Volkswagen auf Rang 94. Andere Konzerne, wie die Deutsche Telekom, Bayer und Eon mussten sich hingegen aus der Rangliste verabschieden. Laut „Handelsblatt“ verlor vor allem Eon deutlich an Wert: Der Energieversorger büßte rund ein Fünftel seiner Marktkapitalisierung ein.
Rohstoffe und Hightech bringen Gewinne
Das schwache Abschneiden deutscher Firmen habe mit der Branchenstruktur zu tun, heißt es im „Handelsblatt“: „Um im Konzert der ganz Großen eine nennenswerte Rolle zu spielen, fehlen Deutschland die zwei Top-Branchen Rohstoffe und Technologie“. In diesen Branchen sind die Netto-Umsatzrenditen mit bis zu 25 Prozent besonders hoch, da hier oft monopolartige Strukturen vorliegen. Die deutschen Unternehmen sind in der Industrie und im Handel zu Hause, wo der scharfe Wettbewerb Margen von maximal zehn Prozent zulässt.
Die Weltrangliste belegt zudem, dass die USA immer noch die größte Wirtschaftsmacht darstellen: In den Top 100 finden sich 38 Unternehmen aus den Vereinigten Staaten. Unter den Top 10 befinden sich jedoch auch vier Vertreter aus Schwellenländern, drei aus China, einer aus Brasilien (Petrobras). Der erste indische Konzern - Reliance Industries - findet sich erst auf Platz 73. Immerhin 36 der 100 wertvollsten Unternehmen haben ihren Sitz in Europa. MB
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Online-Ausgabe des „Handelsblatt“


