Banken scheitern mit neuen Geschäftsmodellen

Wirklich erfolgreich sind nur Online-Dienstleistungen

banken
Bankgeschäfte im Supermarkt oder an der Tankstelle regeln - noch nehmen Kunden solche Services zögerlich in Anspruch.

Direktbanken haben mit ihren günstigen Angeboten für Privatkunden den Wettbewerb im Bankensektor verschärft. Mit neuen Finanzdienstleistungen wird deshalb um jeden Prozentpunkt Marktanteil gekämpft. Bei der Kundschaft kommen die Angebote oft nicht gut an.

Wer im Supermarkt und der Tankstelle mit EC-Karte bezahlt, wird neuerdings gefragt, ob er nicht auch noch Geld abheben will. Am Kiosk können Bankkunden Kontoauszüge beziehen und in der Drogerie können sie einen Kredit aufnehmen. Diese Dienstleistungen sind Beispiele für die neuen Geschäftsmodelle, mit denen die Banken derzeit um Kundschaft ringen.

Lieber keine Experimente

Laut der aktuellen Studie „Geschäftspotenziale im Bankenvertrieb“ des IMWF (Institut für Management- und Wirtschaftsforschung) sind drei Viertel der Bankkunden von diesen neuen Geschäftsmodellen nicht überzeugt. Nur einzelne Produkte finden Akzeptanz. Die größten Chancen ergeben sich nach aktuellem Stand für Banken, die Online-Banking anbieten. 29 Prozent der Bankkunden nutzen etwa bereits die Möglichkeit, Wertpapiergeschäfte samt Depotverwaltung über das Internet abzuwickeln. Ein weiteres Drittel könnte es sich grundsätzlich vorstellen, entsprechende Bankgeschäfte online durchzuführen.

„Kunden akzeptieren neue Geschäftsmodelle, die sich als Ergänzung einer Dienstleistung ergeben. Ein Beispiel sind Kreditkarten von Fluggesellschaften, über die auch Prämienmeilen abgerechnet werden“, erklärt Jörg Forthmann vom IMWF. Anders sehe es aus, wenn völlig neue Dienstleistungen angeboten werden. So können es sich nur rund drei Prozent der Kunden vorstellen, Bankdienstleistungen über Smartphones zu tätigen. Hier spielen offenbar Bedenken eine Rolle, dass der Datentransfer per WLAN und UMTS nicht sicher genug für Bankgeschäfte sei.

Es gibt Wachstumspotenzial

Alternative Vertriebsangebote der Banken werden bisher selten genutzt. Den Service etwa, Geld in in Tankstellenshops und Supermärkten abzuheben, nutzen derzeit nur rund 14 Prozent aller Bankkunden. Und doch liegt vor allem im Bargeldservice Wachstumspotenzial: Grundsätzlich kann sich jeder vierte Kunde vorstellen, diesen Service in Anspruch zu nehmen. Deutlich schwächer sehen dagegen die Prognosen für eine Wertpapierberatung über Smartphones aus. Derzeit nur von etwa drei Prozent aller Kunden genutzt, können sich rund fünf Prozent der Kunden für sich selbst vorstellen, diesen Service in Zukunft zu nutzen.

Der Berichtsband „Geschäftspotenziale im Bankvertrieb“ kann beim IMWF für 890 Euro plus Mehrwertsteuer bestellt werden (siehe externer Link). pte/MB

Externe Links:

Bestellformular Berichtsband „Geschäftspotenziale im Bankvertrieb“





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