Raucherpausen: Transparente Regeln verhindern Streit
Nichtraucher sind neidisch auf rauchende Kollegen
Raucher haben es zunehmend schwer: Restaurants und Kneipen schicken sie vor die Tür und auch in Unternehmen ist der blaue Dunst nicht mehr gern gesehen. Und wer für die Zigarettenpause seinen Arbeitsplatz verlässt, erregt oft den Unmut von Kollegen und Vorgesetzten. Unternehmen sollten deshalb klare Regeln aufstellen.
Einer aktuellen Studie des Online-Job-Portals karriere.at zufolge ist fast die Hälfte der Arbeitnehmer davon überzeugt, dass ihre rauchenden Kollegen aufgrund häufiger Pausen weniger arbeiten als sie selbst. Das kann für schlechte Stimmung in der Belegschaft sorgen. "Das Thema Rauchen polarisiert. Gibt es keine klaren Richtlinien, die Rauchpausen regeln, kommt es zu Problemen", sagt karriere.at-Co-Geschäftsführer Oliver Sonnleithner. Denn: "Während Nichtraucher an ihren Arbeitsplätzen sitzen bleiben müssen, können sich Raucher entfernen." Raucherterrassen und Raucherzimmer seien zudem ein Ort der Kommunikation, von dem Nichtraucher erstmal ausgeschlossen sind - es sei denn sie begeben sich mit in den blauen Dunst. Diese Aufmerksamkeit, die Rauchern seitens eines Unternehmens entgegengebracht wird, könne Neid erzeugen.
Rauchpausen erhöhen Produktivität
Doch ein detaillierter Blick auf die Zahlen der insgesamt 502 befragten Arbeitnehmer sowie 116 interviewten Arbeitgeber relativiert das Bild. Raucher haben nicht nur Feinde: Zwar sind zehn Prozent der Angestellten der Meinung, dass Raucher weniger produktiv sind, sie sagen jedoch auch, es sei deren gutes Recht, Rauchpausen einzulegen. 43 Prozent sagen sogar, dass Rauchpausen einen förderlichen Einfluss auf die Produktivität haben.
Ein Argument der Raucher gegen ein striktes Rauch- und Rauchpausenverbot in ihrem Unternehmen ist, dass Rauchpausen zur Entspannung beitragen und eine wichtige kommunikative Funktion haben. Schließlich könnten Besprechungen auf kurzem Wege und nicht zuletzt in gelöster Atmosphäre abgehalten werden. Dieser Meinung sind rund 14 Prozent der befragten Angestellten. Viele Arbeitgeber folgen dieser Argumentation indes nicht.
Unternehmen eher raucherfeindlich
50 Prozent der Unternehmen geben Rauchpausenzeiten vor, um häufige und willkürliche Rauch-Timeouts zu vermeiden. Fünf Prozent der Chefs sind für ein generelles Rauchverbot. Vertrauen in das eigenverantwortliche Zeitmanagement der Mitarbeiter hat nur etwas mehr als ein Drittel. Den Angestellten wird es überlassen, sich ihre Rauchpausen selbst einzuteilen. In jedem elften Unternehmen dürfen Mitarbeiter auch am Arbeitsplatz rauchen.
"Aus unserer Sicht ist es ratsam, Spannungen zwischen Rauchern und Nichtrauchern mit klar geregelten Pausenzeiten zu begegnen. So haben Raucher wie Nichtraucher gleichermaßen die Möglichkeit zu kurzen Erholungsphasen, die jeder individuell nutzen kann", sagt Sonnleithner. Denn letztlich spiele es keine Rolle, ob die Zeit für eine Zigarette, eine Tasse Kaffee oder einen Spaziergang genutzt wird. Hauptsache ist, dass Pause ist. Und letztlich profitiere der Arbeitgeber von transparenten Pausen-Regelungen. pte/MB
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