1,7 Millionen Arbeitnehmer wollen krankfeiern

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Dieser gelbe Zettel ist das Objekt der Begierde für 1,7 Millionen Arbeitnehmer. Sie wollen sich im Herbst und Winter zu Unrecht krankschreiben lassen. (Bernd Leitner©Fotolia.de)

In einer repräsentativen Studie wurden Arbeitnehmer gefragt, ob sie sich in diesem Herbst oder Winter krankschreiben lassen wollen, obwohl sie eigentlich arbeitsfähig sind. Fünf Prozent der deutschen abhängig Beschäftigten, also 1,7 Millionen Personen, antworteten mit „Ja“.

Laut Statistischem Bundesamt sind in Deutschland 34,2 Millionen Menschen abhängig beschäftigt. Davon planen fünf Prozent offenbar, sich in der „dunklen Jahreszeit wegen möglicher psychischer Probleme oder Konflikten am Arbeitsplatz“ krankschreiben zu lassen. Und das, obwohl sie derzeit gesund sind. In der der vom Forschungsinstitut tns emnid durchgeführten repräsentativen Umfrage unter 1000 Personen gaben zwei Prozent der Befragten außerdem an sich für circa drei Tage krankmelden zu wollen. Rechnet man dies auf die Gesamtbevölkerung der abhängig Beschäftigten ab 14 Jahren hoch, entspricht dies 684.000 Personen.

Weitere zwei Prozent sagten, sie würden sich im Spätherbst oder Winter für circa eine Woche krankschreiben lassen. Dies entspricht ebenfalls 684.000 Personen. Für mehr als drei Wochen möchten sich 342.000 Personen krankschreiben lassen, davon sind 300.000 zwischen 40 und 49 Jahren alt. Interessant: Unter 30-Jährige sowie über 50-Jährige gaben am wenigsten an, sich vorsätzlich krankschreiben lassen zu wollen.

Motivation: Dem Arbeitgeber eins auswischen

Als Grund für die Krankschreibungen gaben beispielsweise ein Prozent bzw. 342.000 Personen an: „Weil es zu der dunklen Jahreszeit weniger auffällt“. Ein weiteres Prozent sagte, „um mich einem Konflikt in meiner Firma zu entziehen“ oder „da ich weiß, dass ich zu dieser Zeit unabhängig von meinem Job immer Depressionen bekomme“. Andere wollen mit der Krankschreibung dem „Arbeitgeber eins auswischen“.

„Erschütternde Ergebnisse“

Studienleiter Bernd Kielmann sagt: „Diese Ergebnisse sind erschütternd. Zeigen sie doch einerseits, wie unzufrieden viele der Beschäftigten sind, andererseits aber auch, wie wenig Rechtsbewusstsein einige in ihrer Firma haben.“ Schlimm findet der Psychologe vor allem die Tatsache, dass viele Arbeitnehmer die Krankschreibung offensichtlich nutzen, um Konflikte zu umgehen oder zu lösen. „Dass sie letztlich ihren Arbeitgeber damit betrügen, scheint vielen egal zu sein.“ Der finanzielle Schaden für die Wirtschaft geht in die Milliarden.

Die meisten vorsätzlichen Krankschreiber stellen mit sechs Prozent die Volksschüler mit Lehre da, gefolgt von Abiturienten und Akademikern (vier Prozent) sowie Berufstätigen mit mittlerem Bildungsabschluss (drei Prozent).

Die Studie wurde von tns emnid im Auftrag des Hamburger Instituts für Gruppendynamik Systhema und des General-Interest-Portals webmail.de (Unister GmbH) erstellt. MB

Links:

Homepage von tns Emnid

Homepage der Systhema GbR

Online-Portal webmail.de




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