Mitarbeiter-Feedback wird zu oft ignoriert

Die wenigsten Unternehmen setzen Vorschläge der Mitarbeiter in die Praxis um

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Viele Unternehmen verschließen vor den Verbesserungsvorschlägen ihrer Mitarbeiter konsequent die Augen. Das hat Nachteile für alle Beteiligten. (olly©Fotolia.de)

Eine Studie zeigt: Anregungen der Mitarbeiter verpuffen oft. Das verhindert nicht nur Verbesserung unternehmerischer Prozesse - es senkt auch die Bereitschaft von Mitarbeitern, sich zu engagieren und Ideen zu entwickeln. Das sei für Unternehmen auch deshalb gefährlich, weil Mitarbeiter, deren Ideen ignoriert werden, langfristig unzufrieden sind und sich nach einem neuen Arbeitsplatz umsehen.

Wie Verbesserungsvorschläge von Mitarbeitern konsequent umgesetzt werden, zeigt die Bielefelder Synaxon AG. Der IT-Dienstleister hat für alle Mitarbeiter ein Wiki eingerichtet, also eine internetbasierte Software zum Informationsaustausch, die wie die Online-Enzyklopädie Wikipedia funktioniert. In diesem Wiki ist bis auf vertrauliche Daten das gesamte Wissen über das Unternehmen gesammelt. Arbeitsabläufe, Regeln, Prozesse, Anschriften, Kundendaten - all das findet man im Wiki. Und all das kann von allen Mitarbeitern geändert werden. Hat ein Mitarbeiter einen Verbesserungsvorschlag, ändert er den entsprechenden Absatz im Wiki. Die Änderung wird sofort wirksam, es sei denn, ein Chef macht die Änderung rückgängig.

So konsequent wie die Synaxon AG setzen die wenigsten Unternehmen die Ideen der Mitarbeiter in die Praxis um. Der Großteil der Unternehmen ignoriert das Feedback der Belegschaft sogar. Wie die Personalmanagementberatung Hewitt Associates in ihrer aktuellen Erhebung "Zukunft des Mitarbeiterengagements" ermittelt hat, verpuffen Anregungen der Angestellten viel zu oft. Die Zahlen der europaweit 150 befragten Unternehmen belegen dies. Damit senken die Firmen jedoch nicht nur die Bereitschaft der Mitarbeiter zu mehr Engagement, sondern auch deren Loyalität.

Nur wenige Unternehmen setzen Vorschläge der Mitarbeiter in die Praxis um

"Mitarbeiter zu befragen, ist nur dann sinnvoll, wenn man das daraus gewonnene Feedback in die Geschäftsabläufe einbringt", sagt Unternehmensberater Franz Gober. Dem im Netzwerk Consultingteam organisierten Fachmann zufolge halten viele Unternehmen darauf aufbauende Folgeaktionen häufig jedoch nicht lange durch. "Nur konsistentes und langfristiges Agieren schafft Sicherheit", so Gober.

Die Einschätzung bestätigt sich mit näherem Blick auf die Hewitt-Studie. Nur 16 Prozent der befragten Unternehmen konnten das Engagement der Mitarbeiter in den vergangenen beiden Jahren steigern - Tendenz sinkend. Und das, obwohl immerhin 85 Prozent der Betriebe ihre Angestellten innerhalb dieses Zeitraumes befragt haben. "Möglichkeiten, gezielt vorzugehen, müssen genutzt werden. Das erhöht die Transparenz sowie Mitarbeiterloyalität", sagt Gober.

Ignorieren des Feedbacks lässt Engagement sinken

Die Studiendaten legen den Schluss nahe, dass viele Unternehmen die eigenen Mitarbeiter nur aus administrativen Gründen befragen. "Bei Unternehmen mit hohem Mitarbeiterengagement ist das anders. Hier werden Antworten auf die Mitarbeiter-Feedbacks gegeben", meint auch Bernhard Stieger, Geschäftsführer Hewitt Associates Österreich. Ermittelt wurde zudem, dass die Hälfte der Unternehmen weltweit signifikant an Mitarbeiterengagement verloren hat.

Da der Rückgang der stärkste seit 15 Jahren ist, müssen die Unternehmen reagieren. Denn sie sind im Zuge von Kosteneinsparungen und der Verschlankung von Prozessen in der Krise auf die Mithilfe der Mitarbeiter angewiesen. "Kluge Köpfe sind in Zeiten des Aufschwungs stark gefragt und kommen schnell woanders unter. Das muss den Unternehmen klar sein", erläutert Gober. Maßnahmen müssten als Antwort auf Mitarbeiter-Feedbacks rasch erfolgen. pte/ZU

Links:

Liste von Wiki-Software bei Wikipedia

Tipps zur Auswahl der passenden Wikisoftware

Homepage von Hewitt Associates

Homepage der Synaxon AG





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