Firmenrettungen: Berater scheitern oft
Fast ein Drittel der Projekte verlaufen im Sande
Unternehmensberater - bringen sie den Erfolg oder nicht? Dieser Frage ist die Beratungsgesellschaft Cardea nachgegangen. Das Ergebnis: Unternehmensberater können wirtschaftlich ins Wanken geratenen Firmen nur selten aus der Krise helfen. Ein Drittel der untersuchten Projekte brachte nicht den gewünschten Erfolg oder wurde vorzeitig abgebrochen. Daran sind nicht nur die Berater, sondern auch die Auftraggeber schuld.
Die Studie „Return on Consulting“, die bei der Schweizer Beratungsgesellschaft Cardea veröffentlicht wurde, nennt mehrere Ursachen für das häufige Scheitern von Beratungsprojekten: Kommen Berater und Unternehmer zusammen, sind die Erfolgserwartungen auf beiden Seiten meist zu hoch und das Projekt wird von Anfang an falsch angegangen. Das liegt nicht nur an den Beratern: Häufig trifft die Auftraggeber ein gehöriges Maß an Mitschuld. Sie bereiten die Projekte schlecht vor oder entsenden unqualifiziertes Personal in die Projektteams. Laut Studie gelten Projekte als gescheitert, wenn sie sich in der Praxis etwa aus finanziellen Gründen nicht umsetzen lassen oder Widerstände zu groß sind.
Wer kein Ziel hat, kann es nicht erreichen
Häufig sind auch die Ziele der Beratung nicht klar formuliert oder sie ändern sich ständig. Für den Unternehmensberater Bernd Höhne von jobdot.de brauchen Firmen vor allem einen Plan: „Unternehmen, die sich in einer Krise befinden, sind schlecht damit beraten, sich Consultants zu holen, obwohl sie nicht wissen, wohin sie der Weg führen soll. Ein Hauptproblem ist, dass Manager auf Moden anspringen, die von Beratern in die Unternehmen getragen werden.“ Das Defizit von Beratern sieht der Branchenkenner darin, dass diese zu oft zu stark Unternehmen bei Randaktivitäten beschneiden und so die nötige Kreativität dezimieren.
Und es gibt weiter Gründe für das Scheitern von Beratungsprojekten: Mangelt es im Management an Unterstützung für das Projekt, werden daraus resultierende Maßnahmen im Unternehmen nicht akzeptiert, geschweige denn umgesetzt. Hier ist ausreichende Kommunikation mit den Mitarbeitern schon vor Projektbeginn entscheidend.
Aktionismus durch Planung ersetzen
Im Projektteam treten Unstimmigkeiten immer dann auf, wenn Projektleiter keine oder wenig Befugnisse haben oder die Abstimmungsprozesse zwischen dem Team und dem Berater nicht eingehalten werden. Viele Probleme entstehen auch durch Zeitdruck und eine mangelnde Unterteilung in einzelne Handlungsschritte. Statt Aktionismus an den Tag zu legen, sollten sich Unternehmen deshalb in Ruhe und eventuell unabhängig von der Beratungsgesellschaft geeignete personelle und organisatorische Strukturen für den gesamten Beratungsprozess überlegen.MB
Externe Links:
Studie "Return on Consulting" der Beratungsgesellschaft Cardea
Unternehmensberatung jobdot.de


