Chronische Krankheiten fördern Burnout-Symptome
Mediziner: Bei Burnout-Symptomen auch auf körperliche Ursachen achten
Rund sieben Prozent der Deutschen leiden am Burnout-Syndrom - an emotionaler Erschöpfung mit reduzierter Leistungsfähigkeit. Die Ursachen dafür sind vielseitig, ebenso die Berufs- und Altersgruppen, in denen Burnout auftritt. Meist werden psychosoziale Komponenten als Ursache benannt, also etwa Stress, Mobbing und Perfektionsstreben. Doch chronische Krankheiten wie Verdauungsstörungen oder Blutarmut sollten bei der Ursachensuche nicht außer Acht gelassen werden, sagt ein Mediziner.
Es gibt Hunderte Bücher über die Zivilisationskrankheit Burnout. "Allerdings werden in den meisten Publikationen nahezu ausschließlich psychosoziale Aspekte abgehandelt", sagt der Mediziner Volker Schmiedel von der Kasseler Habichtswaldklinik. Körperliche Ursachen - etwa die Frage, welche chronischen Krankheiten vorliegen, die Burnout bedingen oder verstärken - fehlen zumeist.
"Burnout hat mit Blähungen mehr zu tun, als man glaubt", sagt der Mediziner Schmiedel. Wenn etwa eine Verdauungsstörung vorliegt, durch die die Aufnahme von Fetten oder auch anderen Nährstoffen eingeschränkt ist, könne es zu einem Mangel an Kalium, Magnesium oder Zink kommen. "Dieser Mangel wiederum kann Symptome eines Burnout verursachen oder verstärken", so Schmiedel. Die Ursachen solcher Verdauungsstörungen könnten beispielsweise eine Laktoseintoleranz, Nahrungsmittelallergien oder eine Glutenunverträglichkeit sein. In Frage kämen aber etwa auch Blutarmut oder eine Schilddrüsenunterfunktion.
Keine einheitliche Definition
"Das große Problem bei Burnout ist, dass es zwar viele einzelne Definitionen dafür gibt, die einige Aspekte sehr treffend widerspiegeln. Allerdings beschreibt keiner das Problem eindeutig und umfassend", meint Schmiedel. Burnout sei nicht objektiv messbar. Es gibt zwar auch manche messbare Faktoren. Das Erkennen des Burnout-Syndroms gehe aber in erster Linie auf eine subjektive Beschreibung zurück.
"In kaum einer Publikation zum Thema Burnout wird auf die Möglichkeit der Erschöpfung durch Krankheiten eingegangen. Werden solche Krankheiten jedoch erkannt und adäquat behandelt, löst sich ein Großteil der Erschöpfung in Wohlgefallen auf", sagt Schmiedel. Das heißt, dass bei Burnout-Symptomen neben psychosozialen Komponenten auch abgeklärt werden soll, ob Grunderkrankungen vorliegen oder es zum Beispiel an Nährstoffen mangelt. Genussmittel wie Kaffee, Alkohol und Rauchen, aber auch Medikamente können eine Rolle spielen
Blutarmut und Schilddrüsenunterfunktion machen schlapp
"Eine der häufigsten Krankheiten, die uns schlapp macht, ist die Blutarmut, hervorgerufen beispielsweise durch Ernährungsdefizite oder Blutverluste nach Operationen. Auch eine Schilddrüsenunterfunktion gehört hier dazu", so der Mediziner. Und wer unter Schlafstörungen leide, dessen Regeneration leide ebenso. "Letztlich können alle chronischen Erkrankungen Energie rauben." pte/ZU
Externe Links:
Online-Test: Leide ich unter Burnout?


