Corporate Social Responsibility für Investoren wichtiges Einstiegskriterium
Wer auf ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit achtet, ist bei Investoren beliebter
Möglichst klimaverträglich produzieren, gute Arbeitsbedingungen schaffen, auf die Herkunft der verwendeten Rohstoffe achten - es gibt viele Möglichkeiten, der Corporate Social Responsibility nachzukommen (CSR - Deutsch etwa: unternehmerische Verantwortung für die Gesellschaft). Dass sich mit CSR werben lässt, weil es beim Kunden gut ankommt, ist bekannt. Doch inzwischen achten auch immer mehr Investoren auf Nachhaltigkeit in Ökologie und Ökonomie.
Corporate Social Responsibility (CSR) wird für Investoren ein immer wichtigeres Einstiegskriterium. "Das Nachhaltigkeitsthema gewinnt an Ernsthaftigkeit und fließt bei Unternehmen und deren Investor-Relations-Managern zunehmend in die strategischen Prozesse ein", sagt Christian Plas, Geschäftsführer der denkstatt GmbH, einer Wiener Unternehmensberatung für Fragen der ökonomischen, ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit.
Im Rahmen der diesjährigen Jahreskonferenz des Cercle Investor Relations Austria (C.I.R.A.) rät der Experte zu einem ehrlichen Umgang mit CSR. Plas zufolge dürfen sich Unternehmen nicht als Teil ökologischer und ethischer Probleme sehen, sondern müssen sich als Problemlöser präsentieren. Wichtig dabei ist jedoch, dass Unternehmen nicht nur mit Nachhaltigkeit werben, sondern diese Strukturen selbst auch aktiv leben und umsetzen.
Auch Privatanleger prüfen Ausschlusskriterien
Obwohl die Bedeutung von CSR allein aus Marketing-Gesichtspunkten unbestritten ist und großes Potenzial hat, gehen Unternehmen noch immer stiefmütterlich mit dem Thema um. Doch gerade in schwierig zu prognostizierenden Zeiten mit großen Schwankungen an den internationalen Börsen und einem großen Finanzbedarf, sollten auch Privatanleger von Investor-Relations-Verantwortlichen adressiert werden.
"Wir beobachten den Trend, dass sich neben den etablierten institutionellen Investoren auch immer mehr kleinere Privatanleger genau anschauen, ob bestimmte Ausschlusskriterien bei Unternehmen vorliegen", sagt Matthias Bönning, Vorstandsmitglied der Ratingagentur „oekom research“.
Grüne Gentechnik, Pornografie und Alkohol sind Tabu
Zu diesen Ausschlusskriterien zählen die für die Investoren als kontrovers geltenden Geschäftsfelder Grüne Gentechnik, Rüstung, Embryonenforschung, Pornografie, Kernenergie sowie Alkohol und Tabak. Außerdem sind Kinderarbeit, Korruption und Verletzungen bei Arbeits- und Menschenrechten im eigenen Unternehmen oder in der Lieferkette für Geldgeber, die in nachhaltige Strukturen investieren wollen, häufig ein rotes Tuch.
"Die aktive Integration und Umsetzung von Klimastrategien und Umweltaspekten in das Kerngeschäft sind wichtig. Auch bietet sich ein effizienter Umgang mit Ressourcen wie Energie und Wasser an", so Bönning. Investor-Relations-Abteilungen sollten Nachhaltigkeitsberichte daher nicht primär als weitere Arbeitsbelastung, sondern vor allem als Chance für eine positive Wahrnehmung des eigenen Unternehmens in der Öffentlichkeit sehen. pte/ZU
Externe Links:
CSR Germany - das CSR-Internetportal der deutschen Wirtschaft
Rat für nachhaltige Entwicklung


