Privates Chatten im Büro kostet Unternehmen Milliarden

Angestellte sind sich der Problematik nicht bewusst

chatten
Angestellte verbringen viel Zeit in Sozialen Netzwerken - auch während der Arbeitszeit. Die Unternehmen sollten den Zugriff nicht verbieten, sondern kontrollieren. (Foto: Alex©Fotolia.de)

Was viele Unternehmer schon ahnten, ist nun Gewissheit: Die Nutzung Sozialer Netzwerke durch Angestellte während der Arbeitszeit kostet die Unternehmen bares Geld. Eine Studie für Großbritannien beziffert die Verluste durch im Internet verbummelte Arbeitszeit auf rund 16,8 Milliarden Euro jährlich.

Heute gibt es kaum noch einen Arbeitnehmer, der keinen Account bei Twitter, Facebook, MySpace oder Xing besitzt. In den Sozialen Netzwerken tauscht man mit Gleichgesinnten Nachrichten, Gedanken, Kontaktdaten, Fotos oder Videos aus. Zum Leidwesen der Arbeitgeber tun die Angestellten dies aber nicht ausschließlich in ihrer Freizeit, sondern zu einem erheblichen Teil auch während ihrer Arbeitszeit.

Laut einer Studie der Online-Stellenbörse MyJobGroup sind 55 Prozent aller britischen Arbeitnehmer während ihrer Arbeitszeit bei einem Sozialen Netzwerk online. Ein Drittel davon nutzt die Dienste dabei länger als eine halbe Stunde. Sechs Prozent surfen sogar länger als eine Stunde privat durch die Communities - das sind immerhin zwei Millionen Arbeitnehmer Großbritanniens.

Eine Arbeitswoche verschenkt

Die Studie rechnet vor, dass auf diese Weise viel Produktivität verloren geht, die Unternehmen soll pro Jahr rund 16,8 Milliarden Euro kosten. Oder anders ausgedrückt: Surft ein Angestellter 40 Minuten privat im Internet, bedeutet das hochgerechnet, dass eine ganze Arbeitswoche verloren geht.

Die Angestellten finden ihr Verhalten offenbar wenig dramatisch: Nur 14 Prozent der Befragten gaben an, weniger produktiv zu sein, weil sie sich in Sozialen Netzwerken tummeln. Zehn Prozent glaubten sogar produktiver zu sein, wenn sie neben der Arbeit auf Facebook & Co. aktiv sind.

Unternehmen im Interessenkonflikt

Die Studienergebnisse dürften im Prinzip auch auf Deutschland übertragbar sein und sie mag viele Unternehmen verwirren. Auf der einen Seite sind Soziale Netzwerke als Marketinginstrument, Kommunikations- und Werbemedium unverzichtbar, auf der anderen Seite verursacht die Nutzung am Arbeitsplatz Kosten und Probleme. So fürchten Arbeitgeber, das Angestellte, die für ihre Firma über die neuen Kanäle Kunden betreuen oder Werbung machen, auch negative Dinge oder Firmeninterna im Netz verbreiten könnten.

Website-Sperren sind keine Lösung

Der Studie zufolge wünschen 68 Prozent der Angestellten Zugangsmöglichkeiten zu sozialen Netzwerken während der Arbeitszeit. Nur ein Drittel könnte auf die Nutzung verzichten. Der Widerstand gegen Website-Sperren seitens der Arbeitgeber ist groß, ein komplettes Internetverbot ist deshalb wenig sinnvoll. Unternehmen sollten eher zu technischen Möglichkeiten greifen, um die Internetnutzung ihrer Angestellten im rechtlichen Rahmen zu überwachen - nimmt das private Surfen überhand, kann gegebenenfalls eingeschritten werden. MB

Externe Links:

Homepage der Jobbörse MyJobGroup





Einen Moment bitte...

Ihre Anfrage wird bearbeitet. Dieser Vorgang kann einige Sekunden in Anspruch nehmen.

Einen Moment bitte...
Hilfe zur Suche

Tragen Sie einen oder mehrere Suchbegriffe in das Eingabefeld ein, z.B. gesuchte Firma, Ort, PLZ, Branche, Inhaber, Geschäftsführer.

mehr Informationen

Hilfe zur Suche

Tragen Sie den Namen der gesuchten Firma in das Eingabefeld ein.

mehr Informationen

Firmeneintrag-Daten

Alle Daten mit diesem Symbol wurden von der angezeigten Firma aktiv bei FirmenWissen eingetragen. Möchten Sie Ihr Unternehmen ebenfalls professionell präsentieren? Informieren Sie sich hier über Firmeneintrag PLUS und PRO!

mehr Informationen

Ihr abgelaufenes Dokument

Das Zeitlimit zur Ansicht dieses bereits zuvor von Ihnen gekauften Dokuments ist abgelaufen.