Firmen-TV im Web boomt - Aufwand hält sich in Grenzen

Videos vermitteln Informationen rasch, nachhaltig und unterhaltsam

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Wer die Pressekonferenz live ins Internet überträgt, wird damit sicher mehr Menschen erreichen, als mit dem Versand eines Pressetextes. (Foto: Madera©Fotolia.de)

Eine professionell gestaltete Unternehmens-Website ist für die Kommunikation mit Kunden und Partnern unabdingbar. Zum Multimedia-Angebot sollten neben Texten, Bildern und Audiobeiträgen auch Videos gehören. Bewegte Bilder sind optimal geeignet um Informationen und Botschaften im Netz zu verbreiten - und der Aufwand dafür ist geringer als mancher Unternehmer glaubt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel macht es vor: Auf ihrer Website bundeskanzlerin.de wendet sie sich seit Juni 2006 als erstes Regierungsoberhaupt weltweit per Video-Podcast an die Öffentlichkeit. Der Video-Podcast ist für Merkel ein wichtiges Mittel im Kommunikationsmix, denn vor allem jüngere Menschen sehen sich lieber bewegte Bilder im Web an, als lange Texte zu lesen. Hinzukommt, dass das Web den Fernseher als Medium zur Videoübertragung mehr und mehr ablöst.

Videos im Internet sind selbstverständlich

TV-Formate werden deshalb auch für die Unternehmenskommunikation immer wichtiger. Grund dafür sind nicht nur die deutlich gesunkenen Kosten, sondern vor allem das Mediennutzungsverhalten der Konsumenten. "Videos im Internet sind kein bloßes Freizeitphänomen mehr, sie haben sich im Geschäftsalltag international längst durchgesetzt", sagt Thomas Mickeleit, Kommunikationschef bei Microsoft Deutschland. Die Generation der 15- bis 24-Jährigen zieht bereits heute in Teilbereichen das Web dem TV-Kanal vor und wird diese Gewohnheit in die Unternehmen tragen.

Fernsehen ist beliebter als lesen

Dass Unternehmens-TV wichtiger wird, zeigen auch jüngste Umfragen des Videokonferenzspezialisten Cisco. Demnach sind 70 Prozent der Unternehmen der Ansicht, dass durch den stärkeren Einsatz von Videoanwendungen in verschiedenen Bereichen Einsparungs- und Innovationspotenziale generiert werden können. Die Bereiche Werbung, Marketing und PR (68 Prozent), Aus- und Weiterbildung oder Verkauf und Vertrieb (je 50 Prozent) wurden dabei am häufigsten genannt. Ein Grund: Audio-visuelle Medien haben laut Cisco-Studie mit über 70 Prozent den mit Abstand höchsten Erinnerungs-Effekt aller Kommunikationsmedien. Print folgt mit etwa 50 Prozent, dahinter liegt abgeschlagen Audio mit etwa 35 Prozent.

Web-TV bringt Information rasch auf den Punkt

Bewegte Bilder haben sich zu einem wichtigen Instrument in der Kommunikationsstrategie entwickelt, weil sich die Botschaften eines Unternehmens viel rascher und präziser auf den Punkt bringen können, sagt zumindest Stefan Schmädeke, von der Produktionsfirma TVN Corporate Media: "Bewegtbild ist dem Text und Foto in jeder Beziehung überlegen. Seine Potentiale kann die Kommunikation - mit Videos, Podcasts, Livestreams oder Video-on-Demand - aber nur dann ausspielen, wenn das Konzept dahinter stimmt."

Erfolgsmessung einfach möglich

Es komme darauf an, dem Bewegtbild eine klar umrissene Aufgabe zu geben und laufend zu prüfen, ob die Ziele, die mit dem Medium verbunden sind, auch erreicht werden. Das gelingt, laut Schmädeke am besten im Internet bzw. in den internen Netzen der Unternehmen. Denn hier stehen interaktive Funktionen und Messmethoden zur Verfügung, die sowohl eine qualitative wie auch eine quantitative Bewertung der Mediennutzung ermöglichen.

Lösungen für fast jedes Budget

Die Nachfrage insbesondere von großen internationalen Konzernen nach unternehmenseigenen TV-Formaten steigt kontinuierlich, sagt der TV-Profi. Aber auch mittelständische Unternehmen können vom Video-Einsatz profitieren. Agenturen bieten für nahezu jedes Budget Gesamtpakete von der kreativen Konzeption über die redaktionelle und didaktische Umsetzung bis zur Technik, für die Auftraggeber ergibt sich kein zusätzlicher Personalaufwand.

Die Technik ist ausgereift, sodass Online-Video Projekte, Portale oder Live-Übertragungen im Web kurzfristig, effizient und ohne technische Versuchsphasen gelauncht oder in bestehende Web-Applikationen integriert werden können. Investitionen in komplexe Technologien oder in die Entwicklung braucht es meist nicht.

Wirtschaft will erstmal Erfahrung sammeln

Marco Demont, Geschäftsführer der ipmedia AG erkennt aus diesen Gründen einen Boom: „Politik und Sport waren die ersten, die wir betreut haben. Seit Kurzem merken wir, dass auch die Nachfrage bei Unternehmen und Verbänden sprunghaft steigt. Der Kunde ist bereit, in die WebTV-Kommunikation zu investieren, aber er bleibt vorsichtig und will zuerst einmal Erfahrungen sammeln.“ pte/MB

Externe Links:

Homepage der TVN Corporate Media

Homepage der ipmedia AG

Video und IP-TV-Services von Cisco


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