Treasury-Abteilungen: Wichtig, aber vernachlässigt

Studie: Investition in Disposition finanzieller Mittel mildert Folgen der Wirtschaftskrise

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Die Treasury-Abteilung soll im Unternehmen das Geld zusammenhalten. Dafür reichen ihre Ressourcen jedoch häufig nicht aus. (Foto:©Paul Bodea-Fotolia.de)

In den Treasury-Abteilungen der Unternehmenszentralen sind durchschnittlich fünf Mitarbeiter beschäftigt. Das ist zu wenig, um Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken angemessen kontrollieren zu können, sagen Experten. Im Bereich Risikomanagement gebe es in den nächsten fünf Jahren das größte Potenzial, den Wertbeitrag im Unternehmen zu erhöhen.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat deutlich gemacht, dass die Treasury-Abteilungen für die Sicherstellung der Unternehmensfinanzierung eine hohe Bedeutung haben. Allerdings führt diese höhere Wertschätzung nicht in jedem Fall auch zu einer angemessenen Ressourcenausstattung. Zu diesem Ergebnis kommt die internationale Studie "Global Treasury Survey 2010" der Unternehmensberatung Pricewaterhouse-Coopers (PwC). So sei zwar die Aufmerksamkeit im Vorstand für das Treasury gestiegen. Über ein größeres Budget als vor der Krise verfügen jedoch nur 20 Prozent der Finanzabteilungen.

"In den Unternehmen setzt sich die Erkenntnis durch, dass der Treasurer weit mehr ist als ein 'Kassenwart'. Allerdings fehlen im Treasury oft die notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen, um Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken angemessen kontrollieren zu können", erläutert Thomas Schräder, verantwortlicher Partner für den Bereich Corporate Treasury Solutions bei PwC Deutschland.

Kreditrisiken wurden vor der Bankenkrise nicht überwacht

So sind im Treasury der Unternehmenszentralen durchschnittlich nur fünf Mitarbeiter beschäftigt. Das Jahresbudget beträgt bei mehr als der Hälfte der befragten Treasurer weniger als eine Million Euro. Mit diesen Mitteln müssen die Abteilungen häufig komplexe, großvolumige Finanztransaktionen organisieren: Gut 60 Prozent der 330 befragten Unternehmen sind in mehr als zehn Ländern aktiv, und zwei Drittel der Gesellschaften erwirtschaften Jahresumsätze von mehr als einer Milliarde Euro.

Die Finanzkrise hat bei zahlreichen Treasury-Abteilungen über alle Branchen hinweg Schwächen im Finanzrisikomanagement aufgezeigt. So wurde vor der Krise die Wahrscheinlichkeit von Insolvenzen im Bankensektor als so niedrig eingestuft, dass 22 Prozent der befragten Treasurer Kreditrisiken überhaupt nicht überwacht haben. Nachdem während der Krise erste Banken in Schwierigkeiten gerieten, stuften 82 Prozent der befragten Treasurer die Bedeutung eines Kreditrisikomanagements als "hoch" oder "mittel" ein.

"Cash is King"

Auch klassische Risikomanagementgebiete im Corporate Treasury haben an Bedeutung zugenommen - insbesondere das Währungs- und Rohstoffrisikomanagement. So sehen die meisten Treasurer im Bereich Risikomanagement in den kommenden fünf Jahren das größte Potenzial, den Wertbeitrag im Unternehmen zu erhöhen.

Eine weitere Konsequenz der Finanzkrise ist die erhöhte Aufmerksamkeit für das Cash Management. Um Liquiditätsengpässe zu vermeiden, haben 40 Prozent der befragten Treasurer die Barmittel erhöht, während nur 25 Prozent ihre liquiden Mittel reduziert haben.

"Das Motto 'Cash is King' rückte während der Finanzkrise besonders in den Fokus der Treasurer. Wer über eine zuverlässige Liquiditätsplanung verfügte, konnte Finanzierungslücken zeitnah erkennen und frühzeitig reagieren", sagt Thomas Schräder, "eine qualitativ hochwertige Liquiditätsplanung trägt dazu bei, Finanzierungskosten und Refinanzierungsrisiken deutlich zu senken und stärkt zugleich die eigene Verhandlungsposition gegenüber den Banken.“ ZU

Externe Links:

Komplette Studie:www.pwc.de/de/treasury2010

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