Logistik: Acht Milliarden Euro Schaden durch Diebstahl im Straßenverkehr

Konsumgüterhersteller und Einzelhändler sollten eine Sicherheitsstrategie verfolgen

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Teure Ware - hoher Schaden für Industrie und Handel durch Diebstahl in der Transportkette. (Foto: Thaut Images - Fotolia.com)

Der beladene LKW ist geparkt und unbewacht, der Fahrer macht Pause - gute Gelegenheit für Diebe, Ware zu stehlen. Allein im europäischen Straßenverkehr werden Konsumgüterherstellern und Einzelhändlern jedes Jahr Waren im Wert von acht Milliarden gestohlen. Unternehmen können Maßnahmen treffen: etwa zusammen mit den Logistik-Dienstleistern eine Sicherheitsstrategie entwickeln. Sicherheit und Wirtschaftlichkeit sind dabei kein Widerspruch.

Knapp 80 Prozent der Konsumgüterhersteller und Einzelhändler in Deutschland beklagen Ladungsverluste durch Sicherheitsmängel. Laut Europäischer Union entsteht im Straßentransport allein durch Diebstahl europaweit ein Schaden von mehr als acht Milliarden Euro pro Jahr. Möglichkeit zur Verbesserung sehen zwei von drei Unternehmen bei den beauftragten Logistikern. Das ist das Ergebnis der Studie „Branchenkompass Transport 2010“ von der Unternehmensberatung Steria Mummert Consulting und dem F.A.Z.-Institut für Management-, Markt- und Medieninformationen.

„Um im Wettbewerb zu bestehen, sollten die Dienstleister deshalb eine eigene Sicherheitsstrategie verfolgen“, rät Bernd Sondermann, Logistik-Experte bei Steria Mummert, „dazu zählt nicht nur die zertifizierte Einhaltung von Sicherheitsstandards, sondern auch individuelle Sicherheitsziele für sämtliche logistische Prozesse im eigenen Verantwortungsbereich festzulegen.“

Es reicht nicht, gesetzliche Vorschriften zu erfüllen

„Transportsicherheit und Wirtschaftlichkeit sind kein Widerspruch: Durch die vernetzte Betrachtung der unterschiedlichen Regelwerke entstehen Effizienzvorteile“, sagt Sondermann. So können Maßnahmen zur Erhöhung der Transportsicherheit beispielsweise den Kunden genauere Statusinformationen über den Transport ihrer Güter liefern oder hochwertige Waren durch Zusatzdienste besonders schützen.

Es reicht also nicht, gesetzliche Vorschriften zu erfüllen oder Gebäude durch Zugangskontrollen zu sichern. Insbesondere für international tätige Dienstleister oder solche, die neben Transport-, Umschlags- und Lagerungsprozessen immer mehr Logistikaktivitäten ihrer Kunden übernehmen, ist eine ganzheitliche Sicht auf die Lieferkette von großer Bedeutung. „Dazu zählt natürlich auch eine angemessene Überwachung der Umsetzung sowie ein regelmäßiges, bewusstes Hinterfragen der Maßnahmen“, so Sondermann.

Bedrohungen analysieren, Gegenmaßnahmen entwickeln

Eine stets aktuelle Sicht auf den Zustand der Lieferkette ist außerdem für die Behebung von Störfällen von großer Bedeutung. Denn die Logistik ist vielen möglichen Störfällen ausgesetzt, wie Naturkatastrophen, Diebstahl, Streiks oder dem Ausfall von Subunternehmern. Diese Bedrohungen gilt es zu analysieren und Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Störfallmanagement und Notfallvorsorge bilden daher wichtige Säulen der Transportsicherheit, zusammengefasst im sogenannten Business Continuity Management.

„Im Tagesgeschäft gilt es, Probleme schnellstmöglich zu erkennen und die passenden Schritte einzuleiten. Das betrifft nicht nur unternehmensinterne Abläufe: Auch in der Zusammenarbeit mit Partnern sollten Logistiker mögliche Störquellen immer im Blick behalten und gemeinsam an der Risikominimierung arbeiten“, sagt Sondermann. ZU

Externe Links:

Institut für Präventionsforschung und Sicherheitsmanagement (Sicherheit in der Logistik)


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