Emissionshandel: Viele Unternehmen sind nicht vorbereitet

Fachmann rät Unternehmen, ein „Carbon Management“ einzuführen

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Ab 2013 ändern sich die Regeln zum Emissionshandel. Fachleute raten Unternehmen, sich rechtzeitig darauf vorzubereiten. (Foto: styleuneed - Fotolia.com)

Die meisten Unternehmen und Führungskräfte sehen CO2-Einsparungen als wichtiges langfristiges Ziel an, auch um sich eigenen Wettbewerbsvorteile zu sichern. Der CO2-Emissionshandel spielt hierbei jedoch bisher eine geringe Rolle. Das wird sich ab 2013 ändern - zwangsläufig. Deshalb raten Experten gerade kleinen Unternehmen, sich rechtzeitig mit dem Thema Emissionshandel zu befassen und Strategien zu entwickeln.

Deutsche Unternehmen befassen sich bisher kaum mit den Kosten und Risiken, die durch die Versteigerung von Emissionszertifikaten ab 2013 anfallen. Dem neuen "CO2-Barometer" des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZWE) nach wissen fast zwei Drittel der emissionshandelpflichtigen deutschen Firmen nicht, wie viel Geld sie künftig für die Ersteigerung von Verschmutzungszertifikaten ausgeben müssen.

"Es ist gerade für kleinere Betriebe an der Zeit, mit den Vorbereitungen für die nächste Phase des EU-Emissionshandels zu beginnen. Dabei sollten auch die Unternehmensstrategien an die sich ändernden Rahmenbedingungen angepasst werden", sagt ZEW-Experte Andreas Löschel. Die Sorglosigkeit verwundert den Fachmann. Schließlich hat die Politik bisher weder Eckpunkte der Zuteilung konkretisiert noch eine Planungssicherheit geschaffen.

Hoher Nachholbedarf

Um sich auf die neuen rechtlichen Gegebenheiten vorzubereiten, sind Unternehmen gut damit beraten, sogenanntes "Carbon Management" einzuführen, um den eigenen Verschmutzergrad festzustellen. "Bezeichnend hierbei ist, dass zwei Drittel der Betriebe noch nicht systematisch analysiert haben, wie viel CO2 sie im Rahmen der Produktionsabläufe einsparen können", so Löschel. Prognostiziert werden daher große Finanzierungsprobleme.

Die aktuell erhobenen Zahlen verdeutlichen den hohen Nachholbedarf. Derzeit planen nur 57 Prozent der befragten Betriebe in den nächsten zwei Jahren Kohlendioxid-Minderungsmaßnahmen. Trotzdem hält der allgemeine Investitionstrend in Energieeffizienz-Technologien an. Parallel dazu gewinnt die Reduktion von CO2 als Hauptziel von Investitionen oder Optimierungen an Bedeutung.

Nur jedes zweite Unternehmen nutzt den Handel mit Emissionsrechten

Eine im März veröffentlichte Studie, die die Unternehmensberatung Price-Waterhouse-Coopers durchgeführt hat, kommt zum Ergebnis, dass die Mehrheit der Führungskräfte der Meinung ist, der Klimawandel beeinflusse die Art und Weise der zukünftigen Geschäftstätigkeiten. Ein Viertel der befragten Führungskräfte erwartet, dass zukünftig Klimavorschriften eingehalten werden müssen, langfristig dadurch aber auch Wettbewerbsvorteile entstehen.

50 Prozent der Unternehmen haben 2009 die Option des Handels mit Emissionsrechten genutzt. Grund für die Zurückhaltung beim Emissionsrechte-Handel ist die ausreichende Zuteilung von kostenlosen Zertifikaten. Hinzu kommt die Sorge vieler Unternehmen, der Handel könnte als spekulatives Geschäft wahrgenommen werden. Gewissenhafte Vorbereitung ist essenziell. Vor allem Kleinemittenten entstehen hohe Kosten aus der im Rahmen des Emissionshandels vorgeschriebenen Überwachung der Emissionen, Berichten und die Verifizierung der Daten.pte/ZU

Externe Links:

Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung

Deutsche Emissionshandelsstelle DEHSt


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