Webtipp: Der einfache Einstieg ins Energiemanagement
Energie ist in vielen Branchen der Kostenfaktor Nr. 1
Für viele Unternehmen der Industrie und des produzierenden Gewerbes ist Energie zum Kostenfaktor Nr. 1 geworden. Wer Energie effizient nutzt und einspart, macht Mittel frei, die an andere Stelle sinnvoller investiert werden können. Bedingung hierfür ist der Einsatz eines Energiemanagements. Auf www.industrie-energieeffizienz.de erhalten Unternehmen hierzu erste Hilfestellung.
64 Prozent der deutschen Betriebe aus Industrie und Gewerbe rechnen damit, dass die Ausgaben für Energie in den kommenden zwei Jahren weiter steigen. Schon heute ist die Energie vor allem in den energieintensiven Branchen der größte Kostenfaktor. Umso verwunderlicher ist es, dass nur rund 20 Prozent der deutschen Unternehmen aus Industrie und produzierendem Gewerbe bisher Maßnahmen ergriffen haben und ihre Energieffizienz gezielt und betriebsübergreifend zu steigern.
Handbuch und Online-Hilfe
Die Einführung eines Energiemanagements ist der erste Schritt, um im Unternehmen Energieverbrauch, Kosten und CO2-Emissionen senken zu können. Wer nicht sofort eine eigene Abteilung dafür aufbauen oder externe Berater hinzuziehen will, für den ist vielleicht die „Initiative EnergieEffizienz“ der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) eine erste Hilfe. Die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderte Initiative unterstützt kleinere und mittelgroße Unternehmen mit einem Handbuch und einem Online-Angebot bei der Einführung eines betrieblichen Energiemanagements.
"Energiemanagement hat das Ziel, den Energieeinsatz in einem Unternehmen - vom Energieeinkauf bis hin zum Verbrauch - systematisch und dauerhaft zu senken. Es ist daher gerade für Unternehmen aus energieintensiven Branchen ein wirkungsvolles Instrument, um Kosten zu senken und damit die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen", sagt Annegret-Cl. Agricola, Bereichsleiterin Energiesysteme und Energiedienstleistungen bei der dena.
Schritt für Schritt
Das "Handbuch für betriebliches Energiemanagement" zeigt, wie ein effektives Energiemanagement im Unternehmen eingeführt werden kann. Dabei stellt es alle relevanten Handlungsebenen dar, von der Unternehmensleitung über unterschiedliche Betriebsebenen - wie Controlling und Produktion - bis zum Energiemanager, der die Einführung eines betrieblichen Energiemanagements begleitet.
Das Handbuch greift auch Themen wie Energieberatung und Energie-Contracting auf und gibt Entscheidungshilfen zur Einbeziehung dieser Energiedienstleistungen. Jedes Kapitel enthält konkrete Handlungsschritte für die jeweiligen Akteure. Im Anhang finden sich Checklisten, die bei der Einführung eines betrieblichen Energiemanagements unterstützen. Das Handbuch kann für 25 Euro inklusive Versand bei der dena bestellt werden (siehe externer Link).
Vier Schritte zu mehr Energieeffizienz
Beim „Web-Special Energiemanagement“ kann der Nutzer einem Projektteam eines typischen Fertigungsbetriebs bei der Einführung eines Energiemanagements über die Schulter sehen. Die zentralen Schritte werden anschaulich dargestellt und durch weiterführende Informationen, Praxisbeispiele und Hinweise zu gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen ergänzt. Das Vorgehen orientiert sich dabei an vier Arbeitsschritten, die laut dena problemlos in bestehende Qualitätsmanagementsysteme wie ISO 9001 eingebettet werden können:
1. Vorbereitung: Zunächst sollten Verantwortlichkeiten und Kompetenzen für das Projekt "Energiemanagement" definiert werden. So sollte ein abteilungsübergreifendes Energieteam gegründet werden, das die Umsetzung vorantreibt und kontinuierlich begleitet.
2. Analyse: Im nächsten Schritt werden systematisch Daten zu Energieverbräuchen und -kosten im Unternehmen erhoben. Diese Werte bilden die Grundlage für ein regelmäßiges Energiecontrolling, das laufend den Status der Umsetzung erfasst und Handlungsbedarf erkennt. Nach der Analyse des Ist-Zustands werden für unterschiedliche Bereiche konkrete, messbare Einsparziele festgelegt.
3. Planung und Umsetzung: Auf Basis der Analyse werden sowohl organisatorische als auch technische Maßnahmen zur Reduzierung von Energieverbrauch und -kosten umgesetzt. In dieser Phase empfiehlt es sich, bei Bedarf auf das Know-how externer Dienstleister zurückzugreifen. So können Energieberater bei der Datenerhebung und -auswertung oder bei der Planung von Maßnahmen helfen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen können außerdem verschiedene Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen, zum Beispiel aus dem "Sonderfonds Energieeffizienz KMU" der KfW-Mittelstandsbank.
4. Laufende Verbesserung: Ist ein Energiemanagement einmal etabliert, sollten die Prozesse langfristig fest in die betrieblichen Abläufe integriert werden. Im Mittelpunkt steht dabei die Erfassung und Bewertung von Energieverbrauchskennzahlen. Auf Basis dieser Daten werden kontinuierlich neue Zielvorgaben festgesetzt und Maßnahmen zur Effizienzsteigerung entwickelt. MB
Externe Links:
Handbuch und Web-Special der dena zum Thema Energieeffizienz in Industrie und Gewerbe


