Azubis mit Vergütung oft unzufrieden

Eine gute Ausbildung ist vielen wichtiger als Geld

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Stimmt die Qualität der betrieblichen Ausbildung, nimmt der Fachkräfte-Nachwuchs eine geringere Vergütung eher in Kauf. (Foto: Gina Sanders©Fotolia.de)

Bereits in der Ausbildung eigenes Geld verdienen - für junge Menschen eine gute Sache. Zwei von drei Auszubildenden aber empfinden ihre Vergütung als zu niedrig. Sie finden, ihre Arbeitsleistung werde nicht entsprechend entlohnt. Viele jobben deshalb nebenher, den Ausbildungsbetrieben muss das nicht unbedingt schaden.

Die von den Unternehmen in den verschiedenen Branchen gezahlten Vergütungen variieren stark: Für 93 Prozent der befragten Auszubildenden bewegen sich die Monatsbeträge zwischen 300 und 700 Euro netto. Für fünf Prozent der Jugendlichen liegt der Netto-Verdienst unter 300 Euro, zwei Prozent erhalten mehr als 700 Euro. Im Durchschnitt kommen die Auszubildenden im zweiten Ausbildungsjahr auf eine monatliche Netto-Vergütung von 478 Euro.

Die Umfrage hat ein weiteres Ergebnis hervorgebracht: 58 Prozent der Erwerbstätigen wünschen sich flexiblere Arbeitsbedingungen. 37 Prozent der Berufstätigen möchten gerne an einigen Tagen in der Woche zu Hause arbeiten und weitere 20 Prozent sogar täglich.

Gleiche Arbeit wie Fachkräfte

Ein Drittel der Auszubildenden ist mit der Vergütung zufrieden und bewertet diese als „sehr gut“ oder „gerade richtig“. Die Mehrheit (67 Prozent) ist hingegen unzufrieden und findet das Gehalt „zu niedrig“.

Doch die Vergütungshöhe allein ist nicht ausschlaggebend für die Zufriedenheit der Azubis. Wichtig ist ebenso, wie hoch sie ihre Arbeitsleistung bewerten, die sie für den Betrieb erbringen. Denn im zweiten Ausbildungsjahr fühlen sie sich in ihrem Betrieb oft bereits wie eine vollwertige Fachkraft eingesetzt. Ihrer Meinung nach entfällt fast die Hälfte ihrer betrieblichen Ausbildungszeit auf Tätigkeiten, die sie genauso gut und schnell wie ihre fertig ausgebildeten Kollegen erledigen.

Die Studie zeigt: Je mehr sich die Auszubildenden als vollwertige Arbeitskraft empfinden, desto stärker erwarten sie eine entsprechend höhere Entlohnung. Weil aber die Ausbildungsvergütungen im Vergleich zu den Fachkräftelöhnen meist erheblich niedriger sind, steigt die Unzufriedenheit. Umgekehrt finden es die Auszubildenden positiv, wenn die Betriebe ihnen eine qualitativ hochwertige Ausbildung und vollwertige Arbeit bieten.

Mehr als ein Drittel braucht einen Nebenjob

Rund ein Viertel (27 Prozent) der Auszubildenden im zweiten Lehrjahr geht regelmäßig einer bezahlten Nebentätigkeit nach. Etwa jeder Vierte davon jobbt, weil sonst das Geld für die Grundversorgung nicht ausreichen würde. 38 Prozent benötigen den Zusatzverdienst sowohl für ihre Grundversorgung als auch zur Finanzierung zusätzlicher individueller Wünsche. 35 Prozent finanzieren mit dem Extra-Geld ausschließlich individuelle Wünsche.

Nebenjobs können für Auszubildende durchaus positive Effekte haben. Sie bieten den Jugendlichen zum Beispiel die Chance, ihre erlernten Fähigkeiten und Fertigkeiten auch in anderen beruflichen Umgebungen einzusetzen. Dies sollte jedoch nicht zu einer Gefährdung des Ausbildungserfolgs oder gar zu einer Beeinträchtigung der Gesundheit der Jugendlichen führen, etwa aufgrund fehlender Erholungszeiten. MB

Externe Links:

Download des BIBB Reports Heft 14/10 mit der Studie


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