Junge Führungskräfte suchen Sicherheit statt Blitzkarriere

Hohes Gehalt und Boni sind vielen Einsteigern nicht mehr wichtig

Nachwuchsführungskräfte
Dienstwagen, Chauffeur, viel Geld? Ein sicherer Arbeitsplatz ist jungen Nachwuchskräften heute wichtiger. (Foto: Konstantin Sutyagin©Fotolia.de)

Ein sicherer Arbeitsplatz ist wichtiger als eine steile aber risikoreiche Blitzkarriere - das scheinen sich immer mehr Nachwuchs-Führungskräfte derzeit zu sagen. Glaubt man der Studie des Deloitte Mittelstandsinstituts an der Universität Bamberg, wünschen sich junge Top-Leute weniger Verantwortung, mehr Teamarbeit und eine autoritäre Führung durch Vorgesetzte.

Je nachhaltiger ein Unternehmen wirtschaftet und je solider es sich finanziell aufstellt, desto attraktiver ist es derzeit für Nachwuchs-Führungskräfte. Wichtiger werden auch familienfreundliche Arbeitsbedingungen. Auf der anderen Seite legt der Nachwuchs wenig Wert auf einen partizipativen Führungsstil und auf Privilegien wie etwa einen Dienstwagen - sogar die Höhe des Einstiegsgehalts spielt eine immer geringere Rolle. Dies sind überraschende Ergebnisse aus Befragungen im Rahmen des „Bamberger Absolventenbarometer“, welches das Deloitte Mittelstandsinstitut an der Universität Bamberg in den Jahren 2007 bis 2009 durchgeführt hat.

„Die Jahre 2007 bis 2009 waren von einschneidenden ökonomischen Entwicklungen geprägt - das spiegelt sich auch in den Befragungsergebnissen wider. So sind viele Nachwuchskräfte heute eher bereit, einen autoritären Führungsstil zu akzeptieren, weil er in Krisenzeiten als zielführender beurteilt wird“, sagt Herbert Reiß von Deloitte. Mit anderen Worten: kooperatives Arbeiten und Abstimmungsprozesse kosten wertvolle Zeit, die man in der Krise vermeintlich nicht hat.

Teamwork, Abwechslung, Familie

Den Befragten sind „kulturell-führungsbezogene Aspekte“ besonders wichtig: Dazu gehören abwechslungsreiche Teamarbeit und eine gute Work-Life-Balance ebenso wie familienfreundliche Arbeitsverhältnisse. Ein partizipativer Führungsstil hingegen ist - auch angesichts des „rauen Winds“ der Krise - immer weniger gefragt.

Ist das Unternehmen gesund, freut sich der Mitarbeiter

Bei der Auswahl ihres Arbeitgebers setzen junge Führungskräfte neue Prioritäten. So hat die Möglichkeit des schnelle Aufstiegs an Bedeutung verloren. Stattdessen werden Trainee-Programme relevanter, denn sie stellen immer öfter die beste bzw. einzige Möglichkeit für einen Unternehmenseinstieg dar. Beim Thema Geld löste 2009 die positive finanzielle Gesamtsituation des Unternehmens die faire Vergütung als Top-Kriterium ab. Eigene Vorteile wie Dienstwagen, hohes Einstiegsgehalt und Erfolgsbeteiligung spielen dagegen durchgängig eine vergleichsweise geringe Rolle. Dies kann mit dem Bedürfnis zur Sicherung der Grundbedürfnisse erklärt werden. Denn die Arbeitsmarktsituation sei schwierig.

Arbeiten in der Provinz? Bloß nicht!

Gefragt hat Deloitte auch nach der Bewertung von Art und Standort der favorisierten Unternehmen. Hier legen die Befragten in allen Vergleichsjahren mit steigender Tendenz großen Wert auf die Nähe zu einem Ballungsraum - und sie bevorzugen mittelständische Unternehmen. In der Konsequenz müssten Unternehmen abseits der Metropolen also verstärkt über Kompensationen nachdenken, um attraktiv für Nachwuchs-Führungskräfte zu sein. MB

Externe Links:

Infos zum Deloitte Mittelstandsinstitut


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