Franchise-Wirtschaft: In Krisenzeiten stabil
Zahl der Franchise-Geber und -Nehmer wächst, der Umsatz sinkt
TUI, McDonald's, Kamps-Bäckerei - diese Betriebe werden nach dem Franchise-Prinzip geführt. Das scheint beliebt zu sein: 2009 stieg die Zahl der Franchise-Geber als auch Betriebe, die ein Franchise-Konzept übernehmen. Allerdings sank der Umsatz 2009 um drei Milliarden Euro. Im Dienstleistungssektor kommt das Franchise-Prinzip am häufigsten zum Einsatz.
Die Franchise-Wirtschaft stellt mit 459.000 Mitarbeitern krisenfeste Arbeitsplätze. Dies ist die wichtigste Zahl eines Berichts, den der Deutsche Franchise-Verband (DFV) veröffentlicht hat. Im Auftrag des DFV befragte das Internationale Centrum für Franchising & Cooperationen in Münster rund 1000 Unternehmen zur Entwicklung im Jahr 2009. Im Jahr 2008 waren 450.000 Mitarbeiter in der Franchise-Wirtschaft beschäftigt, 1998 waren es 320.000.
Die Zahl der Franchise-Geber in Deutschland stieg demnach im Jahr 2009 auf 980. Das sind 30 Franchise-Geber mehr als im Vorjahr. "In der Franchise-Wirtschaft werden innovative Geschäftsideen mit motivierten Franchise-Nehmern erfolgreich multipliziert. Wir rechnen auch in der Zukunft mit einer Zunahme an Franchise-Gebern in Deutschland", erklärt DFV-Geschäftsführer Torben Brodersen.
TUI auf Platz Eins
Die Verbandsstatistik weist in der Branchenaufteilung stabile Werte für den Dienstleistungssektor aus, der mit 49 Prozent weiterhin der stärkste in der deutschen Franchise-Wirtschaft bleibt. Das Gastgewebe konnte drei Prozentpunkte gewinnen und liegt bei 16 Prozent. Der Handel mit 27 Prozent und das Handwerk mit acht Prozent zeigen sich unverändert.
Nach der Zahl der Betriebe sortiert, belegt die TUI-/First-Gruppe mit rund 1400 Reisebüros den ersten Platz der Franchise-Liste. Dann folgen McDonald's, Schülerhilfe, Studienkreis, Kamps, Subway, Fressnapf, Apollo Optik und Burger King.
Teil des Mittelstands
In Deutschland sind insgesamt 61.000 Franchise-Nehmer als mittelständische Unternehmer aktiv. Die Statistik weist damit in 2009 einen Zuwachs von 3000 Gründern gegenüber 2008 aus. "Wir bemerken ein steigendes Interesse bei Gründungsinteressierten. Allerdings stellen wir auch fest, dass Franchise-Gründer bevorzugt mit bekannten, gut strukturierten Franchise-Systemen starten", erklärt Brodersen den Anstieg.
„Mit dem Ergebnis zufrieden“
Bei all den positiven Entwicklungen im Jahr 2009 gibt es aber auch eine schlechte Nachricht: Die Franchise-Wirtschaft muss Umsatzeinbußen von insgesamt drei Milliarden Euro verschmerzen. Der Gesamtumsatz belief sich im Jahr 2009 auf 44 Milliarden Euro. DFV-Geschäftsführer Brodersen: "Natürlich gibt es auch in der Franchise-Wirtschaft Gewinner und Verlierer. Einige Branchen mussten Einbußen durch verunsicherte Kunden verkraften, andere konnten Boden gut machen. Insgesamt können wir mit dem Ergebnis in einem so turbulenten Jahr zufrieden sein."
Angesichts der wachsenden Zahl an Franchise-Unternehmern mahnt Brodersen allerdings an, dass sich das Wachstum der Franchise-Wirtschaft auch wieder positiv auf den Umsatz auswirken müsse ZU.
Externe Links:
Homepage des Deutschen Franchise-Verbandes (DFV)
DFV-Broschüre „Franchise-Fakten 2010“ (PDF-Download)
Homepage des Internationalen Centrums für Franchising und Cooperation


