Kundenmagazine: Krise fördert elektronische Publikation
Unternehmen halten an Kundenmagazin fest - aber in anderer Form
Kein Zweifel: Elektronische Medien als Mittel zur Unternehmenskommunikation liegen im Trend. Twitter-Nachrichten, Blogs und Mailings sind schnell, preiswert und modern. Gegen diesen Trend kämpft das klassische, gedruckte Kundenmagazin. Angesichts schrumpfender Werbeetats verlagern viele Unternehmen die Publikationen nun ins Internet.
Der persönliche Besuch beim Kunden ist durch nichts zu ersetzen. Durch keine Kommunikationsmaßnahme lässt sich mehr Vertrauen und eine engere Bindung zum eigenen Unternehmen aufbauen als durch ein Gespräch. Das hat bereits 2004 eine Studie der Universität Dortmund zum Thema Corporate Publishing (CP) herausgefunden. Doch ist der persönliche Kontakt im Geschäftsalltag nur sporadisch möglich - was also ist die Alternative? Als zweitwichtigstes Kommunikationsmittel nennt die Studie gedruckte Kundenmagazine, E-Magazine und Newsletter.
Türöffner für den Vertrieb
Das Kundenmagazin ist Imageträger und regelmäßiges Informationsmedium, es präsentiert regelmäßig Neues zu Dienstleistungen und Produkten und steigert mit interessanten Geschichten und Service-Beiträgen die Bindung zwischen Herausgeber und Leser. Für den Vertrieb leistet ein Magazin gezielte Verkaufshilfe: In ihm wird vorab etwa über neue Produkte informiert, was dem Vertriebsteam den Einstieg in das Verkaufsgespräch erleichtert oder sogar gezielte Kundenanfragen hervorbringt.
Im Mittelstand beliebt
Die Kosten für ein professionell gemachtes Kundenmagazin sind im Vergleich zu anderen Marketinginstrumenten zwar hoch - doch nicht nur die finanzstarken Großunternehmen nutzen dieses Medium. Zwei Drittel der Herausgeber sind kleinere und mittlere Unternehmen. In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der Kundenmagazine in Deutschland gestiegen, die Auflagen erhöhten sich genauso wie die Ansprüche an die optische wie inhaltliche Qualität. Im deutschsprachigen Raum existieren etwa 15.000 Business-to-Consumer- und Business-to-Business-Magazine.
Print unter Druck
Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat zu einer Konsolidierung geführt. Die Budgets für Kommunikation stehen unter Druck. Klassische Werbung und Events werden laut einer Umfrage des Europäischen Instituts für Corporate Publishing um fast 60 Prozent reduziert, Public Relations um 45 Prozent. Die Ausnahme bilde der CP-Bereich: 60 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass das Budget auch in Krisenzeiten eher gleich bleibt. Wenn es Reduzierungen gebe, dann eher bei den Print- als bei den Onlinemedien.
E-Magazine auf dem Vormarsch
Aufgrund der hohen Produktionskosten bei Printmedien setzen viele der Unternehmen in wirtschaftlich schweren Zeiten verstärkt auf Online: Die Hälfte der Befragten wird sich künftig auf Websiten und Internetportale konzentrieren, über ein Drittel setzt auf E-Newsletter und E-Magazines. „Die Kommunikation mit der Zielgruppe spielt gerade in wirtschaftlich schweren Zeiten eine große Rolle. Nur über die eigenen Medien können Vertrauen und Transparenz bei Kunden, Mitarbeiter und Investoren gefestigt werden,“ sagt Wilfried Lülsdorf, Vizevorsitzender des Forum Corporate Publishing.
Intern oder extern umsetzen?
Große Unternehmen setzen vielfach auf eigene CP-Abteilungen. Bei kleineren und mittleren Unternehmen sind Inhouse-Lösungen oft mit Schwierigkeiten verbunden. Inhalte können nicht termingerecht zusammengestellt und abgestimmt werden, da das laufende Geschäft Vorrang hat. Eine professionelle Redaktion ist oftmals nicht möglich, da entsprechende Kompetenzen im Unternehmen fehlen. Gleiches gilt für das Layout und die Produktionsabwicklung. Auch werden CP-Produkte nicht als wirksame Mittel für Akquise und Kundenbindung erkannt. Heute existiert ein großer Markt von auf Corporate Publishing spezialisierten Agenturen, die Unternehmen ihre Dienste anbieten (siehe externer Link).MB
Externe Links:
Mitgliedsunternehmen im Forum Corporate Publishing


