Home-Office: Jeder Zweite will zu Hause arbeiten

Nur 30 Prozent der Erwerbstätigen möchten täglich ins Büro fahren

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Telearbeit ermöglicht es, Familie und Beruf besser unter einen Hut zu kriegen - deshalb ist sie so beliebt. (Foto: simon albertini©Fotolia.de)

Dank Laptop, Internet und Smartphone sind viele Tätigkeiten unabhängig von Arbeitsplatz und Arbeitszeit. Erwerbstätige wollen diese neuen Freiheiten nutzen: 58 Prozent der Arbeitnehmer wünschen sich flexiblere Arbeitsbedingungen. Wird ihnen die Möglichkeit eingeräumt, von zu Hause aus zu arbeiten, profitiert häufig auch das Unternehmen.

Die Arbeit im Home-Office ist dank moderner Kommunikationsmittel schon heute für viele Arbeitnehmer Realität. Zehn Prozent der Berufstätigen in Deutschland arbeiten ganz oder zeitweise von zu Hause aus, anstatt ins Büro zu gehen. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) unter 1000 Personen ergeben.

Die Umfrage hat ein weiteres Ergebnis hervorgebracht: 58 Prozent der Erwerbstätigen wünschen sich flexiblere Arbeitsbedingungen. 37 Prozent der Berufstätigen möchten gerne an einigen Tagen in der Woche zu Hause arbeiten und weitere 20 Prozent sogar täglich.

Familie und Beruf vereinen

Nur noch 30 Prozent der befragten Arbeitnehmer gehen dagegen am liebsten jeden Tag ins Büro. „Das Home-Office und andere mobile Arbeitsformen liegen im Trend. Davon können Beschäftigte und Unternehmen profitieren“, sagt Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer, „die Mitarbeiter können Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren, die Arbeitgeber können qualifizierte Kräfte langfristig an sich binden.“ So profitieren oft auch Unternehmen von der Flexibilisierung des Arbeitsplatzes und der Arbeitszeit.

Die moderne Form der Heimarbeit passt allerdings nicht zu jedem Arbeitsplatz-Profil. Gerade in Berufen, bei denen viel im Team gearbeitet wird, ist Home-Office schwieriger zu gestalten. Das persönliche Treffen mit den beteiligten Kollegen ist durch eine Videokonferenz meist nur schwer zu ersetzen. Erst recht, wenn Dokumente, Pläne oder Konstruktionen gemeinsam diskutiert werden müssen.

Ein Nachteil der Heimarbeit ist zudem, dass es keine klare Trennung zwischen Freizeit und Arbeitszeit gibt. Liegt die Arbeit sichtbar zu Hause auf dem Schreibtisch, wird der Heimarbeiter auch in seiner Freizeit ständig daran erinnert, was noch alles zu tun ist. Andererseits kann das private Umfeld - etwa spielende Kinder oder Hausarbeit - den Telearbeiter auch von seinen beruflichen Pflichten ablenken.

Die Jungen gehen gerne ins Büro

Dennoch sind die Ergebnisse der Umfragen eindeutig: Fast drei Viertel der berufstätigen Frauen (73 Prozent) möchten am liebsten ganz oder teilweise von zu Hause aus arbeiten oder tun dies bereits. Unter den Männern sind es mit fast zwei Drittel (65 Prozent) kaum weniger. 34 Prozent der Männer gehen bevorzugt jeden Tag ins Büro, bei den Frauen tun dies nur 24 Prozent.

Der Wunsch nach einem Home-Office ist in der mittleren Altersgruppe am stärksten ausgeprägt. Drei Viertel der 30- bis 49-Jährigen will regelmäßig zu Hause arbeiten oder tut dies bereits. „Viele Mitarbeiter wollen Familie und Job unter einen Hut bringen. Flexible Arbeitsbedingungen sind dafür eine wichtige Voraussetzung“, sagt Scheer. Am geringsten ist der Wunsch nach einem Home-Office bei den 14- bis 29-Jährigen ausgeprägt, die sich noch im Job beweisen müssen.

Notebook und Internet reichen

Die technischen Voraussetzungen für die Einrichtung eines Home-Office sind gering: Telearbeiter benötigen Computer, Internetzugang und Telefon. „Das Büro vieler Berufstätiger steckt heute in einem Notebook“, sagt Scheer. Fast jeder Büroarbeitsplatz könne zu geringen Kosten an den heimischen Schreibtisch oder einen beliebigen anderen Ort verlegt werden. Eine schnelle Internetverbindung ermöglicht den Zugriff auf Anwendungen, Datenbanken und Kommunikationssysteme des Arbeitgebers. Diese direkte Verbindung zum Unternehmen sollte durch ein sogenanntes VPN (Virtual Private Network) gesichert werden. Moderne Chat-, Telefon- und Videokonferenzsysteme erleichtern zudem die Kommunikation mit Kollegen, Kunden und Geschäftspartnern. ZU

Externe Links:

Homepage des Verbandes Bitkom


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