Skype-Einsatz in Unternehmen: Risiken sind überschaubar

Das Umsonst-Programm kann professionelle Lösungen kaum ersetzen

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Mehr Flexibilität, Funktionen und Kontrollmöglichkeiten: Skype versucht mit besonderen Service-Angeboten Unternehmen als Kunden zu gewinnen. (Foto: skype.com)

Skype ist einfach überall - der eigentlich für Privatleute konzipierte Dienst etabliert sich nach und nach auch als Kommunikationstechnik für den Geschäftsalltag. Kein Wunder, denn Skype ermöglicht kostenlose Sprach- und Videotelefonie über das Internet. Unternehmen können Skype problemlos einsetzen, wenn ein paar grundlegende Sicherheits-Regeln beachtet werden.

Das von der Firma Skype Technologies im Jahr 2003 entwickelte Programm Skype ist zum Synonym für kostenfreie Sprach- und Videotelefonie über das Internet geworden. Der Internetdienst hat weltweit inzwischen über 500 Millionen Nutzer, davon sind im Durchschnitt ständig etwa 20 Millionen online. Sie chatten, telefonieren und veranstalten Videokonferenzen. Auch wenn der Fokus von Skype auf der privaten Nutzung liegt, die zahlreichen Funktionen des Programms wie Präsenzanzeige, Instant Messaging, sowie File und Desktop Sharing sind auch im Geschäftsalltag praktisch. Mitarbeiter nutzen Skype gern im Home Office oder auf Geschäftsreise vom Hotelzimmer aus, um mit Kollegen schnell und unkompliziert in Kontakt zu treten. Der private Charakter der Anwendung macht viele Unternehmen aber auch skeptisch, sie fragen sich: Wie sicher ist die Kommunikation per Skype?

Skype ist nur sinnvolle Ergänzung

Dieser Frage ist eine Studie der Technologie-Analysten von Berlecon Research und der Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik ESK nachgegangen. Im Report "Skype im Unternehmenseinsatz 2010 - Chancen, Risiken und Policy-Empfehlungen" kommen die Experten zu dem Schluss, dass Skype durchaus eine Ergänzung für bestehende Kommunikationslösungen in Unternehmen sein kann. Allerdings sei Skype für sicherheitskritische Bereiche, die besonderen Geheimhaltungsrichtlinien unterliegen, nicht geeignet. Auf Rechnern, die Daten mit einem hohen Schutzbedürfnis enthalten, sollte die Installation von Skype gar nicht erst gestattet werden. Nur so lasse sich versehentlicher oder missbräuchlicher Datentransport nach außen verhindern, sagen die Analysten.

Begrenzt integrationsfähig

Unternehmen sollten ihre Mitarbeiter in jedem Fall über die Risiken der Technik informieren und klare Regeln für den Skype-Einsatz in Form einer Skype-Policy formulieren. Ohne eine klare Regelung droht Wildwuchs. Denn oft wird Skype von Mitarbeitern ohne Abstimmung mit den Vorgesetzten oder der IT-Abteilung eingesetzt: Im Gegensatz zu den meisten anderen Kommunikationsdiensten sind zum Installieren von Skype keine Administrationsrechte nötig. In Unternehmen, in denen Funktionalitäten wie Instant Messaging oder Präsenzanzeige noch nicht über andere Kommunikationslösungen zur Verfügung stehen, wird Skype gerne von den Mitarbeitern genutzt. Dabei könne Skype eine professionelle internetbasierte Kommunikationsumgebung aber nicht ersetzen, so die Studienautoren. So biete Skype Technologies etwa nur eingeschränkten User Support und vergleichbar wenige Funktionen. Die Integrationsmöglichkeiten seien außerdem begrenzt - obwohl Skype auch eine Skype-Version speziell für Unternehmen mit integriertem Windows Installer (MSI) anbietet, der Administratoren die Einbindung des Dienstes in das Firmennetz erleichtern soll.

Türöffner für Cyberkriminelle

Da die Skype-Nutzung zahlreiche Sicherheitsrisiken und Rechtsfragen mit sich bringt, sind viele Unternehmen unsicher, ob sie den Einsatz von Skype durch ihre Mitarbeiter unterbinden sollen. Aus Sicht der IT-Security sei es besonders problematisch, dass die Protokolle nicht offen gelegt sind und der Quellcode von Skype für eine Überprüfung nicht zugänglich ist. Sicherheitskonzepte und deren Implementierung seien so nicht überprüfbar, sagen die Experten. Und die Gefahr ist nicht abstrakt: Weil Skype Mechanismen die Firewall untertunneln können, wird die gesamte IT-Infrastruktur verwundbar. Cyberkriminelle könnten das Programm nutzen, um sich illegal Zutritt zu Firmendaten zu verschaffen.

"Auch wenn Skype seit dem Jahr 2007 verstärkt die Belange von Geschäftskunden berücksichtigt, ist die Kritik nach wie vor berechtigt", sagt Nicole Dufft, Geschäftsführerin von Berlecon Research. Allerdings seien die Risiken gegen die Vorteile abzuwägen und sprechen nicht generell gegen eine ergänzende Nutzung von Skype. Sven Brandt vom Fraunhofer ESK gibt zu bedenken: "Dem Trend, dass die Endsysteme verwundbarer werden und der Schutz durch klassische Firewall-Konzepte abnimmt, müssen Unternehmen sich aber ohnehin stellen. Und nicht nur Skype ist ein potenzieller Kanal zum Transfer unternehmenskritischer Daten."

Über den Skype-Report

Der Report "Skype im Unternehmenseinsatz 2010 - Chancen, Risiken und Policy-Empfehlungen" wurde unter Beachtung der neuesten Skype-Version 4.2 erstellt. Er richtet sich an alle Unternehmen, in denen die Nutzung von Skype bisher nicht oder nur unzulänglich geregelt ist. Er stellt Nutzen und Risiken von Skype vor und gibt Empfehlungen zum Einsatz in Unternehmen. Berücksichtigt werden Features und Konfigurationsmöglichkeiten, aktuelle Endbenutzer-Lizenzvereinbarungen sowie neueste Erkenntnisse zu Sicherheits- und Rechtsfragen. Der 23-seitige Report kann auf der Homepage von Berlecon Research in zwei kostenpflichtigen Versionen bestellt werden.

  • Corporate Edition: 780 Euro zzgl. MwSt., Unternehmenslizenz, PDF-Datei, inklusive PowerPoint-Präsentation mit den zentralen Ergebnissen und allen Grafiken.
  • Single User Edition: 450 Euro zzgl. MwSt., Einzelnutzerlizenz, PDF-Datei.

MB

Externe Links:

Inhaltsverzeichnis des Reports und Bestellmöglichkeit

Download Skype 4.2 für Windows, Version für Unternehmen (mit MSI)

Homepage des Fraunhofer ESK


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