Cloud Computing: Rechenleistung aus der Steckdose

Revolution der Informations- und Kommunikationstechnik senkt IT-Kosten

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Cloud Computing oder das "Rechnen in der Wolke" wird die Computerarbeit revolutionieren. Wann? Das ist noch unklar. (Foto: Kentoh©Fotolia.de)

Amazon und Google bieten Rechenleistung und Speicherplatz zum Mieten an. Viele Programme laufen heute schon nicht mehr lokal auf dem Rechner am Arbeitsplatz, sondern online, etwa Google Docs oder der webbasierte Kalender, auf den Mitarbeiter auf der ganzen Welt Zugriff haben. Cloud Computing gehört die Zukunft und Unternehmen können viel Geld sparen.

Einst lief in nicht wenigen Unternehmen ein Diesel-Generator, der den benötigten Strom erzeugte. Das ist heute undenkbar, der Strom kommt freilich aus dem Stromnetz, das ganz Deutschland mit Energie versorgt. Vielleicht kann man in der Zukunft Ähnliches über die IKT (Informations- und Kommunikationstechnik) eines Unternehmens schreiben, etwa:

"Früher hatte jedes Unternehmen für jeden Arbeitsplatz einen eigenen Rechner, auf dem ein Betriebssystem und alle benötigten Programme installiert waren. Die Daten waren häufig auf der lokalen Festplatte gespeichert, manchmal auf dem firmeneigenen Server. Wer eine Software nutzen wollte, musste eine Lizenz kaufen - die Nutzungshäufigkeit spielte keine Rolle. Das alles ist heute undenkbar. Der Computer am Arbeitsplatz ist heute ein winzig kleines Gerät ohne eigene Rechenleistung, das lediglich Tastatur, Maus und Monitor mit dem Internet verbindet. Das reicht. Denn im Netz sind alle benötigten Programme und Daten verfügbar. Bezahlt wird die Software nach Einsatz. Sie wird gemietet, nicht gekauft."

IT befindet sich im Umbruch

Dieses Szenario wird heute mit dem Begriff "Cloud Computing" beschrieben, was sich am besten mit "Rechnen in der Wolke" übersetzen lässt. Das Grundprinzip: Weniger Rechenleistung und Speicherkapazität im eigenen Unternehmen; vermehrte Nutzung dieser Leistungen externer Anbieter. "Der Trend zum Cloud Computing wird die IKT-Wirtschaft ähnlich revolutionieren wie einst der Übergang von lokaler Stromerzeugung zu flächendeckenden Stromnetzen die Industrie", sagt Stephan de Haas von T-Systems. Die IT befinde sich aktuell in einem massiven Umbruch.

Immer mehr Unternehmen aus diversen Bereichen werden zu IT-Service- und auch Infrastruktur-Anbietern. In diesem Zusammenhang verweist de Haas beispielsweise auf Google, das sich vom Suchanbieter längst zum Online-Service-Riesen gewandelt hat, ebenso wie Amazon, das neben Shopping inzwischen auch Dienstleistungen wie Rechenleistung und Speicherplatz anbietet.

Fond-Konzept erhält Update

Mit den Ergebnissen der Evaluierung, stellte das Ministerium außerdem ein neues Finanzierungsprodukt für den Mittelstand vor. Es soll helfen, sowohl dessen Bedarf an Eigen- als auch an Fremdkapital zu decken. Um die Betriebsmittelfinanzierung zu gewährleisten, können nun im Rahmen des Wirtschaftsfonds verbürgte Kredite mit Beteiligungskapital von außen kombiniert werden. Für die Vorsitzende des Verbands Deutscher Bürgschaftsbanken, Waltraud Wolf, eine gute Maßnahme: "Der Mittelstand benötigt sowohl nachhaltige Unterstützung zur Aufrechterhaltung der Liquidität als auch eigenkapitalstärkende Mittel von außen. Deshalb befürworten wir die Nachjustierung des Wirtschaftsfonds Deutschland."

Hohe Flexibilität - aber Datenschutzprobleme

Insgesamt geht der Experte davon aus, dass durch solche und ähnliche Angebote innerhalb des kommenden Jahrzehnts die IKT dramatisch verändern werden. Denn in Unternehmen werde immer mehr die Integration verfügbarer IKT-Angebote die eigene "IKT-Produktion" verdrängen. Das verspricht letztendlich Kosteneinsparungen und gleichzeitig eine größere Flexibilität. Gespart wird nicht nur an den wegfallenden Lizenzkosten für Software, auch die Kosten für IT-Services werden sinken, wenn Hosting und Wartung weitgehend außerhalb des Unternehmens stattfinden.

Nicht außer Acht zu lassen sind jedoch Datenschutz und -sicherheit. Hier sind die Ansprüche der Firmen extrem hoch. Und kaum ein deutscher Maschinenbauer wird derzeit akzeptieren, dass seine Daten auf einem Google-Server in den USA liegen. Hier muss noch viel in Sicherheitstechnik und Vertrauensbildung investiert werden. Das Thema Sicherheit wird mit über Erfolg und Misserfolg des neuen IKT-Ansatzes bestimmen. ZU

Externe Links:

Google App Engine

Windows Azure von Microsoft

Amazon Web Services (englisch)


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