Jederzeit passend gekleidet sein: Tipps zur Kleiderordnung im Job
Dresscodes erleichtern die Kommunikation und beugen Missverständnissen vor
Für die einen ist die Kleiderordnung im Job eine ärgerliche Schikane, andere fügen sich und machen das Beste draus. Wie man auch zum Dresscode steht: Will man beim Gegenüber gut ankommen und erfolgreich Geschäfte machen, sollte man der Kleiderordnung folgen. Das gilt vor allem auf dem internationalen Parkett. Doch was verbirgt sich hinter Begriffen wie „Smart Casual“ oder „Semi-Formal“?
Im Jahr 2009 wurde der damalige Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg vom Magazin „Best Fashion“ zum bestgekleideten Politiker Deutschlands gekürt. Der Look des CSU-Politikers "strahlt Kompetenz aus und kann international bestehen", urteilte die Jury damals. Guttenberg sorgte für Aufsehen, weil er mal im sportlich-eng sitzenden Dreireiher mit Weste, mal mit legerem Kordsacko, Jeans und Rollkragenpullover in die Öffentlichkeit trat. Auch wenn der Minister damit zum Styling-Vorbild für andere Politiker und Geschäftsleute wurde - im Alltag gilt es für die Mehrheit dann doch, sich dem Anlass gemäß zu kleiden.
Die Geschäfts-Uniform hilft, etwa auf Geschäftsreisen, kulturelle Missverständnisse zu vermeiden und erleichtert so die Kommunikation. Doch was bedeuten Begriffe wie „Casual“ oder „Business Standard“, die immer wieder auf Einladungskarten auftauchen? Hier eine Auswahl der wichtigsten Dresscodes für's Büro und unterwegs:
Casual: Getragen werden darf was gefällt, also auch Sneakers und T-Shirts. Zu beachten ist allerdings, dass zu individuelle Kleidung auch immer eine Aussage trifft, die dem Gegenüber vielleicht nicht gefällt. Auf Sprüche auf dem Shirt sollte deshalb genauso verzichtet werden, wie auf Kapuzenpullis. Diese bedecken oft Teile des Gesichts und sie werden oft mit extremen politischen Ansichten oder extravagantem sozialem Verhalten in Verbindung gebracht.
Smart Casual: So wird Freizeitkleidung mit klassischen Elementen bezeichnet, die auf Extravaganzen verzichtet. Dazu gehört, dass das Oberteil auf jeden Fall einen Kragen hat - Polohemden sind für Mann und Frau ausdrücklich erlaubt. T-Shirts oder Longsleeves sind nur erlaubt, wenn darüber als Jacke ein Jacket getragen wird. Auf Firmenlogos und andere Slogans sollte generell verzichtet werden. Jeans sind erlaubt, sie sollten aber gerade und schmal geschnitten und nicht zu verwaschen sein. Turnschuhe sind Tabu, mit schwarzen oder braunen Lederschuhen ist man auf der sicheren Seite. Der Schmuck an Hals und Händen sollte der Kleidung entsprechend nicht zu festlich wirken.
Business Casual: Die klassische Geschäftskleidung für Männer und Frauen besteht aus einem einfarbigen Hemd und einem einfarbigen Anzug mit oder ohne Weste. Frauen können statt der Hose auch ein Kostüm mit knielangem Rock tragen. Ob Männer eine Krawatte tragen müssen, hängt vom Anlass und den Vorgaben des Unternehmens ab. Verschiedenfarbige Kombinationen sind auch möglich - hier sollte mit Farben aber nicht zu viel experimentiert werden, das wirkt schnell auffällig und extravagant.
Business Standard: Diese Kleiderordnung ist etwas strenger als die Business Casual-Variante. Die Anzüge und Kostüme sollten stets dunkel sein, Hose und Jacke die gleiche Farbe haben. Das Hemd oder die Bluse ist weiß oder hellblau. Bei der Wahl der Krawatte - die unbedingt dazugehört - sollte Mann auf auffällige große Muster verzichten. Krawattennadeln und -Klammern gelten übrigens als "out", genauso wie Blazer. Nadelstreifen im Stoff sind hingegen erlaubt und vor allem in Finanzkreisen weit verbreitet. Frauen sollten ihren Schmuck auf ein Minimum reduzieren, hier ist weniger oft mehr.
Semi-Formal oder Black Tie: Auf Veranstaltungen wie Cocktail-Partys oder förmlichen Abendessen soll man sich häufig "Semi-Formal" kleiden. Damit quasi die Ausgehuniform für Zivilisten gemeint. Für Männer bedeutet das: schwarzer oder grauer Anzug mit langem Jacket und eventuell Weste. Zum weißen, steifen Hemd kann statt Krawatte auch eine Fliege getragen werden - Hauptsache sie ist schwarz, grau oder silberfarben. Seidige Stoffe sind optimal. Ein passendes Einstecktuch gehört auch dazu. Frauen tragen ein dezentes Cocktailkleid, das genug Bewegungsfreiheit lässt und nicht zu knapp geschneidert ist. Schmuck, wie man ihn auf einem Opernball tragen würde, ist auch hier eher unangebracht. MB
Externe Links:
Ausführliche Beschreibungen und Tipps zu Kleiderordnungen für Sie und Ihn, von After Five bis White Tie (Englisch): www.dresscodeguide.com


