Europas Märkte: Jeder Konsument hat seine eigene Krise

GfK-Studie: Europäer sparen vor allem beim Essen und scheuen größere Anschaffungen

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Die einen shoppen, die anderen sparen: Europas Konsumenten reagieren unterschiedlich auf die Wirtschaftskrise. (Foto: 3d-Master©www.fotolia.de)

Die Weltwirtschaftskrise trifft zwar jeden, aber nicht jeden gleich stark. Das gilt sowohl für die Unternehmen, als auch für die Konsumenten. Laut der GfK-Studie "European Consumer Study 2010" sparen Europas Verbraucher nicht in jedem Lebensbereich gleich viel - was dazu führt, dass einzelne Branchen, etwa aus dem Bereich Reise, Gastronomie und Bekleidung mit erheblichen Umsatzrückgängen rechnen müssen.

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat Ende 2009 in neun Ländern Europas das Sparverhalten der Verbraucher vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Wirtschaftskrise untersucht. Während besonders die Konsumenten in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und in Österreich in zahlreichen Bereichen versuchen, ihre Ausgaben zu reduzieren, ist für die Befragten in Spanien und in Polen Sparen im Alltag derzeit kein so dringendes Thema. Knapp jeder Dritte in diesen beiden Ländern antwortet, gar nichts zu machen, um seine Haushaltskasse zu schonen.

Andere Länder, andere Sparmaßnahmen

Besonders auf den Preis geachtet wir bei Produkten für den täglichen Bedarf: Mehr als vier von zehn Konsumenten in Deutschland, den Niederlanden und in Österreich, versuchen, Lebensmittel und Getränke so günstig wie möglich einzukaufen. Andere Nationen sparen lieber woanders: so geben 49 Prozent der Russen und 43 Prozent der Italiener an weniger Geld für Bekleidung und Schuhe auszugeben.

Die Gastronomie bekommt die Krise nahezu europaweit zu spüren, Gaststätten oder Restaurants werden weniger besucht. Vor allem die Deutschen, die Franzosen (48 bzw. 45 Prozent) sowie die Österreicher und die Italiener (41 bzw. 42 Prozent) sparen beim Essen außer Haus. Auch der Verzicht auf den Besuch einer Kneipe oder eines Cafés spart Geld: vier von zehn befragten Franzosen und Deutschen geben an, so ihre alltäglichen Ausgaben zu reduzieren.

Größere Anschaffungen werden verschoben

Teure Anschaffungen, etwa ein Auto oder eine Waschmaschine, werden derzeit vermieden, hauptsächlich von russischen und deutschen Konsumenten (45 bzw. 42 Prozent). Knapp mehr als jeder dritte Konsument in Deutschland, Österreich, Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien versucht, preiswerter Urlaub zu machen.

Auch die Kultureinrichtungen vor Ort erhalten in der Krise weniger Zuwendung: Deutsche und Franzosen geben zu, zugunsten der Haushaltskasse öfter mal auf einen Kino-, Konzert- oder Theaterbesuch zu verzichten. 40 Prozent der Briten und 27 Prozent der Niederländer versuchen, die Energiekosten für die Heizung bzw. die Klimaanlage zu senken und so Geld zu sparen.

Studie zeigt grundlegende Trends

Für die Untersuchung "European Consumer Study 2010" wurden Auftrag der GfK im Winter 2009 insgesamt rund 10.200 Verbraucher in neun europäischen Ländern, und zwar in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Österreich, Spanien, Polen und in Russland befragt. Die Studie ist repräsentativ für 439 Millionen private Verbraucher ab 14 bzw. 15 Jahren in Europa. Diese Untersuchung beleuchtet grundlegende Trends des privaten Konsums in diesen neun europäischen Ländern. MB

Externe Links:

Homepage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK)


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